Erst einmal muss ich mich an dieser Stelle bei meinen treuen 12 (!!!) Lesern entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Aber mir kam leider Etwas dazwischen. Ich ging nur kurz zum Zigarettenholen um die Ecke. Dann wurde mir auch schon von hinten ein Sack über den Kopf gezogen und...na ja, das ist eben eine andere (erlogene) Geschichte. Heute kann ich aber wieder (aufrecht) gehen und feste Nahrung zu mir nehmen. Wo wir auch schon fast beim konkreten Grund meines "Comebacks" wären: Der Leitartikel des von mir eigentlich hoch verehrten SPIEGEL aus KW13: hier geht´s zum Artikel...
Ja, sicherlich: Der Zeitpunkt der Erscheinung macht ja insofern Sinn, da er ja mitten in die Fastenzeit fällt. Wenn man aber berücksichtigt, dass Ende März andere Themen ebenfalls durchaus berichtenswert hätten sein können (Krise Japan, Nordafrika, Euro, FC Bayern München, etc.), dann sind wohl Zweifel an der Notwendigkeit der Erscheinung eines solchen Themas zu besagtem Zeitpunkt in Form eines Leitartikels angebracht. Die seriösen (Satire-)Medien (Die Heute-Show, Harald Schmidt, Kalle an der Pommes-Bude) haben aber aus diesem Grunde ja bereits zur Genüge Kritik geübt. Sie waren sich alle einig: Japan strahlt, Afrika brennt, Guttenberg, die FDP und der FCB stüzen ab, und der SPIEGEL meint, er müsse sich zur Abwechslung mal aufs "Wesentliche" konzentrieren: abnehmen und fasten. Das geht doch nicht! "Mutig" war´s wohl allemal...
Auch ein Blick auf die Chronologie der Leit-Themen ist in diesem Zusammenhang beachtlich: KW 11 Das Ende des Atomzeitalters, KW 12 FUKUSHIMA, KW 14 Die Kernfrage. Dazwischen Heilfasten...
Es sei.
Der Grund aber, warum ich mich echauffieren möchte, ist allerdings ein anderer:
Auf Seite 118 habe ich bei der Lektüre ERSCHRECKENDES erfahren. Da steht doch glatt „Kalorienrestriktion...verringert das Risiko für Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hirnschwund.“ Da wäre mir doch auf dem Sofa liegend beinahe ein Stückchen meines spätabendlichen Dessert-Schnitzels aus dem Mund gefallen. Was mir den zarten Genuss noch weiter vergällte: Diese Feststellung hat nicht irgendwer, das haben bereits 2009 honorige Wissenschaftler im Fachblatt „Science" erläutert.
Beachtlich.
Das schlechte Ernährung nicht gut sein kann, weiß ja mittlerweile prinzipiell Jeder. Darüber wird ja nun mindestens seit Jahrzehnten und dem Aufkommen des Wirtschafts- und Butterwunders berichtet. Das schlechte Ernährung und ein Übermaß an Kalorien idealerweise in Kombination mit Bewegungsmangel Diabetes und/ oder Plauze sowie nicht unbedingt Kondition und Konstitution eines Leistungssportlers zur Folge haben könnte (natürlich nur bei den Anderen, nicht bei einem Selbst)- geschenkt.
Wer viel frisst und ungern seinen Sessel, seine Couch oder sein Bett verlässt, der braucht sich nicht erst seit gestern zu wundern, wenn der Spiegel (nein, nicht die Redaktion) eines Tages ein fettes Schwein (im übertragenen Sinne) präsentiert, dem schon der Schweiß in Strömen den fleischigen und massigen Körperflächen herabrinnt, wenn er/ es nur daran denkt, zwei Treppenstufen zu erklimmen- ist doch klar.
Krebs? Ein eigenes, zentrales Kapitel in einer "modernen" Gesellschaft...
Was mich persönlich aber schon etwas schockiert hat: Wer weniger futtert, dem schwindet sein Hirn weniger dahin bzw. der hat ein geringeres Risiko zu verdummen? Alleine der Begriff "Hirnschwund" tut meiner Murmel ja schon weh...
Und was bedeutet diese folgenreiche Entdeckung in all ihren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die man ja nur erahnen kann?
Bekommen dünne Leute (BMI unbedingt beachten und regelmäßig kontrollieren!!!) ab sofort den Vermerk "klug" in ihrem Ausweis, analog dazu die Dicken "blöd wie Scheiße"?
Wird das Körper-Gewicht zu einem (auch bei Männern) harten Einstellungskriterium?
Werden die Fetten nun auch zu recht (noch mehr) gemobbt, gehänselt und ausgegrenzt?
Was wird aus Sigmar Gabriel, Joschka/ Ottfried Fischer&Co. und den ganzen fetten Schweinen?
Soll das heißen, die bulemischen Topmodels und ihre Kolleginnen aus dem Amateurberecih sind im Kopf doch ganz helle?
Und: Wer mit Pizza&Burger aufwächst, der hat also grundsätzlich gar keine Chance auf einen vernünftigen Schulabschluss, da sich bis dahin sein Hirn sowieso längst verabschiedet hat?
Dann doch etwas skeptisch, aber Danke lieber SPIEGEL für unterhaltsamen Hirnschwund...
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Donnerstag, 14. April 2011
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Schulden...
Schulden zu haben ist nicht schön. Schulden zu haben ist aber gar nicht so ungewöhnlich. Ein Plasma-TV. Ein neuer Wagen. Black Jack und/ oder Nutten. Ein Haus im Grünen oder eine kleine Jacht im Blauen. Schon sind ein paar (Hundert) Tausend Euro (mehr) weg. Geld, das man eben oft nicht hat und sich daher ganz einfach leiht. Es gibt ja Easy-Credit&Co. Früher oder später dann aber die Erkenntnis: Ich stecke in einer Falle. Als arbeitsloser Arbeisloser ohne Schwarzmarkt-Rotlicht-Connections kann ich mir das alles ja gar nicht leisten. Die Zinsen fressen mich auf.
Was nun? Sich ins Ausland (z.B. nach Kamtschatka) absetzen ist eine Möglichkeit. Wer sein Dasein aber nicht als Einsiedler in einem Vierten-Welt-Land verbringen, sondern weiterhin zumindest mit fließend Wasser und Strom leben möchte, der kann auch gleich hier bleiben. Und zum Beispiel bei RTL anrufen und Peter Zwegat um Hilfe bitten. Der kommt dann auch vielleicht gleich (also ca. ein halbes Jahr und das ein oder andere Casting später) mit einem Kamera-Team inklusive Redakteur für ein paar Tage, um einem auf die Beine zu helfen bzw. immerhin einen Film zu drehen, der Quote bringt. Aber nur dann, wenn man vor laufender Kamera gerne mal weint/schreit/flucht/Scheiße redet oder einfach nur ziemlich viel "Glück" hat...
das könnte Jérôme Kerviel jedenfalls haben oder zumindest gebrauchen. Gestern wurde der französische Ex-Börsenspekulant dazu verurteilt, seiner Bank 4,5 Milliarden Euro zurückzuzahlen (warum siehe hier). Gut, diese Summe ist jetzt ein bisschen höher als der übliche Schuldenberg, der viele Menschen in den Ruin treibt und überfordert, psychisch und ganz reel. Für dieses Geld kann man schon mal das ein oder andere Jubiläums-Oktoberfest gratis veranstalten- all inklusive, insbesondere inklusive "Brot&Spiele", also Karussell, Hendl, Freibier und "ein Prosit der Gemütlichkeit"...
auch wenn der Vergleich hinkt: Kerviel, den nicht nur 77% der Franzosen (laut Wikipedia) als Opfer sehen, wird eine/ die Rechnung bezahlen müssen. Sicher, in der Berufung können seine Anwälte bestimmt noch ein paar (Hundert) Millionen Rabatt rausschlagen. Aber sind wir doch mal ehrlich. Bei einem monatlichen Einkommen von 2300 Euro brutto, soviel verdient Kerviel angeblich aktuell als "Informatikberater" (ha ha), müsste man schon über Hunderttausend Jahre malochen, um die Schuld(en) zu begleichen. Schichtzuschläge und Überstunden hin oder her.
Das will doch Niemand ernsthaft wollen, abgesehen vom ach so unschuldigen (ich muss gleich kotzen) Arbeitgeber, der von seinem teuflischen Angestellten aufs Allerübelste betrogen wurde- in diesem Falle die "Société Générale". Daher mein Rat an Kerviel: Einfach Job kündigen. Beine still halten. Privatinsolvenz einleiten. Die nächsten Jahre ein bisschen langsam tun mit Black Jack und Nutten. Schwarz arbeiten. Sich dabei nicht erwischen lassen. Und/ oder Peter Zwegats französischen Kollegen um Hilfe bitten. Danach ein Buch schreiben und/ oder (Hollywood) die Geschichte verfilmen lassen. Nick Leeson hat´s doch vorgemacht.
Kopf hoch, wird schon wieder.
Was nun? Sich ins Ausland (z.B. nach Kamtschatka) absetzen ist eine Möglichkeit. Wer sein Dasein aber nicht als Einsiedler in einem Vierten-Welt-Land verbringen, sondern weiterhin zumindest mit fließend Wasser und Strom leben möchte, der kann auch gleich hier bleiben. Und zum Beispiel bei RTL anrufen und Peter Zwegat um Hilfe bitten. Der kommt dann auch vielleicht gleich (also ca. ein halbes Jahr und das ein oder andere Casting später) mit einem Kamera-Team inklusive Redakteur für ein paar Tage, um einem auf die Beine zu helfen bzw. immerhin einen Film zu drehen, der Quote bringt. Aber nur dann, wenn man vor laufender Kamera gerne mal weint/schreit/flucht/Scheiße redet oder einfach nur ziemlich viel "Glück" hat...
das könnte Jérôme Kerviel jedenfalls haben oder zumindest gebrauchen. Gestern wurde der französische Ex-Börsenspekulant dazu verurteilt, seiner Bank 4,5 Milliarden Euro zurückzuzahlen (warum siehe hier). Gut, diese Summe ist jetzt ein bisschen höher als der übliche Schuldenberg, der viele Menschen in den Ruin treibt und überfordert, psychisch und ganz reel. Für dieses Geld kann man schon mal das ein oder andere Jubiläums-Oktoberfest gratis veranstalten- all inklusive, insbesondere inklusive "Brot&Spiele", also Karussell, Hendl, Freibier und "ein Prosit der Gemütlichkeit"...
auch wenn der Vergleich hinkt: Kerviel, den nicht nur 77% der Franzosen (laut Wikipedia) als Opfer sehen, wird eine/ die Rechnung bezahlen müssen. Sicher, in der Berufung können seine Anwälte bestimmt noch ein paar (Hundert) Millionen Rabatt rausschlagen. Aber sind wir doch mal ehrlich. Bei einem monatlichen Einkommen von 2300 Euro brutto, soviel verdient Kerviel angeblich aktuell als "Informatikberater" (ha ha), müsste man schon über Hunderttausend Jahre malochen, um die Schuld(en) zu begleichen. Schichtzuschläge und Überstunden hin oder her.
Das will doch Niemand ernsthaft wollen, abgesehen vom ach so unschuldigen (ich muss gleich kotzen) Arbeitgeber, der von seinem teuflischen Angestellten aufs Allerübelste betrogen wurde- in diesem Falle die "Société Générale". Daher mein Rat an Kerviel: Einfach Job kündigen. Beine still halten. Privatinsolvenz einleiten. Die nächsten Jahre ein bisschen langsam tun mit Black Jack und Nutten. Schwarz arbeiten. Sich dabei nicht erwischen lassen. Und/ oder Peter Zwegats französischen Kollegen um Hilfe bitten. Danach ein Buch schreiben und/ oder (Hollywood) die Geschichte verfilmen lassen. Nick Leeson hat´s doch vorgemacht.
Kopf hoch, wird schon wieder.
Donnerstag, 9. September 2010
Schmieren-Komödie
Öl.
Wo kommt es her? Wo will es hin? Und, wo ist es jetzt?
Ich weiß ich weiß. Alles Phrasen. Zu wenige Details (siehe hier).
Daher zurück zu den groben Fakten: das meiste schwarze Gold lagert bei den Scheichs. Überraschung. Laut SZ (29.07.10) so an die 63 Milliarden Tonnen. Zum Vergleich dazu: In Nordamerika sind´s nicht mal sechs...
Was sich die Welt aber die letzte Zeit fragt: Wohin sind eigentlich die Millionen Liter Öl im Golf von Mexiko verschwunden? Wohin das ein oder andere Kaltgetränk verschwindet, ist ja klar. Aber die 20fache Exxon-Valdez-Menge? Da es in den vergangenen Wochen verdächtig ruhig zuging im für gewöhnlich stets rauschenden (Online-)Medienblätterwald, könnte man glatt meinen, es hätte sich einfach in Luft aufgelöst...hmmm...
Daher eine Überlegung: So ganz weit unten im Meer, im Dunklen, wo so gar nichts los ist, das ist ja wohl nicht der Bringer. Da hat´s doch Nichts. Das ist doch kein Leben! Kein TV, kein Günther Jauch, kein Pizza-Service, nicht mal Internet. Da hält man´s doch nicht aus auf die Dauer, vor allem als millionenschweres Ding- fragen Sie doch mal die Paris H.!
Vielleicht hat sich das Öl deshalb einfach verpisst.
Aber nur wohin? Immer wieder diese Frage...ein Ansatz: Warum nicht mal Urlaub machen von der Tiefsee-Tristesse? Warum die Seele nicht mal in der Karibik baumeln lassen und in der Hängematte Cocktail schlürfen? Wenn schon so ein heißer Toni-Banderas-Latino das Getränk mixt. Das ist doch mal eine Perspektive.
Oder, könnte ja sein, dass man sich denkt: so heiße Temperaturen sind ja auch Nichts für mich. Da verbrennt man sich ja noch, am End´. In den Alpen kann man ja auch seinen Spaß haben. Einfach die Skier oder das Snowboard angeschnallt, und ab geht die wilde Fahrt. Und gegen Après Ski gibt´s ja auch Nichts einzuwenden...
Liebe Leser, natürlich gibt´s da Nichts einzuwenden.
Nur Folgendes: Das ist ja wohl totaler Mummpitz und grober Unfug. Jawohl, hier spricht endlich die Stimme der Vernunft, die dem ganzen Schwachsinn an dieser Stelle Einhalt gebieten muss. Öl, das Urlaub macht. Also bitte. Wie lächerlich ist das denn???
Das musste jetzt schon mal gesagt werden. Nun muss ich aber schon wieder weiter, Sie wissen ja, Zeit ist Öl, ähm, natürlich Geld. Ich gebe daher ab an meinen Presse-Sprecher, der Ihnen alle weiteren relevanten Informationen zu dem Thema geben wird:
Meine Damen und Herren, [bedeutungsschwangeres Hüsteln],
die Frage, wo denn nun die zugegebenermaßen enorme Menge an vor dem mexikanischen Golf in der Tiefsee frei herumschwimmenden, ich möchte bewusst nicht sagen herumlungernden Öls abgeblieben ist, sollte nun hinreichend beantwortet worden sein: siehe hier, Spiegel-Online.
Falls Sie sich nun als kritischer Zeitgenosse völlig zurecht fragen: "Kann das denn sein? Ist die Quelle (ha ha) des Berichts denn auch sicher?", so möchte ich Sie an dieser Stelle gerne beruhigen und darauf verweisen, dass es sich bei der Quelle um einen ganzen, halbseitigen Bericht des Fachmagazins "Science" handelt (siehe hier), welches an sich ja schon prinzipiell nicht zu hinterfragen ist. Sehen Sie! Bitte ersparen Sie sich und mir deshalb die peinvolle Mühe weiterer Recherchen. Seien Sie einfach versichert, dass die präsentierten Ergebnisse wissenschaftlich absolut fundiert und in keinster Weise durch die industrielle Lobby korrumpiert sind. Immerhin verbürgt sich dafür nicht zuletzt das "US Department of Energy" mit seinem guten Namen. Sehen Sie.
Übrigens, und falls Sie sich das auch gefragt haben sollten, die possierlichen kleinen Mikroben-Racker mit dem Heißhunger aufs Öl heißen im Fachjargon "Meeresschnee" (siehe hier). Da wird Einem doch so richtig warm ums Herz, ich weiß. Danke.
Und richtig: legitime Bedenken, wonach ein Öko-System grundsätzlich sehr fragil und die explosionsartige Vermehrung eines Organismus (und sei es nur eine Mikrobe, sind wir doch einmal ehrlich) durchaus gewaltige Auswirkungen haben kann, möchte ich zerstreuen. Schauen Sie sich doch nur noch einmal an, wie ulkig diese kleinen süßen Mikroben auf den ersten Blick, auf den Zweiten aber erschreckend gefräßig aussehen:
Sehen Sie! Na also.
Ich möchte zum Schluss aber noch darauf hinweisen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht unbedingt angebracht wäre, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass man sämtliche Altöl-Reserven in den nächstbesten Gulli, See oder Ozean schütten könnte. Auch wenn Sie mir uneingeschränkt Glauben schenken dürfen, dass Wissenschaftler des "US Department of Energy" gegenwärtig fieberhaft an dieser attraktiven Recycling-Methode forschen und sich mit der kniffligen Thematik beschäftigen: Wann ist tief tief genug? Die Antwort ist nahe! Glauben Sie mir. Bis es allerdings soweit ist- es kann sich nur um eine kurze Zeit handeln- lassen wir jetzt erst einmal den Meeresschnee sein wunderbares Werk vollrichten und sorgenlos wie bisher weitermachen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen sauberen Tag.
Wo kommt es her? Wo will es hin? Und, wo ist es jetzt?
Ich weiß ich weiß. Alles Phrasen. Zu wenige Details (siehe hier).
Daher zurück zu den groben Fakten: das meiste schwarze Gold lagert bei den Scheichs. Überraschung. Laut SZ (29.07.10) so an die 63 Milliarden Tonnen. Zum Vergleich dazu: In Nordamerika sind´s nicht mal sechs...
Was sich die Welt aber die letzte Zeit fragt: Wohin sind eigentlich die Millionen Liter Öl im Golf von Mexiko verschwunden? Wohin das ein oder andere Kaltgetränk verschwindet, ist ja klar. Aber die 20fache Exxon-Valdez-Menge? Da es in den vergangenen Wochen verdächtig ruhig zuging im für gewöhnlich stets rauschenden (Online-)Medienblätterwald, könnte man glatt meinen, es hätte sich einfach in Luft aufgelöst...hmmm...
Daher eine Überlegung: So ganz weit unten im Meer, im Dunklen, wo so gar nichts los ist, das ist ja wohl nicht der Bringer. Da hat´s doch Nichts. Das ist doch kein Leben! Kein TV, kein Günther Jauch, kein Pizza-Service, nicht mal Internet. Da hält man´s doch nicht aus auf die Dauer, vor allem als millionenschweres Ding- fragen Sie doch mal die Paris H.!
Vielleicht hat sich das Öl deshalb einfach verpisst.
Aber nur wohin? Immer wieder diese Frage...ein Ansatz: Warum nicht mal Urlaub machen von der Tiefsee-Tristesse? Warum die Seele nicht mal in der Karibik baumeln lassen und in der Hängematte Cocktail schlürfen? Wenn schon so ein heißer Toni-Banderas-Latino das Getränk mixt. Das ist doch mal eine Perspektive.
Oder, könnte ja sein, dass man sich denkt: so heiße Temperaturen sind ja auch Nichts für mich. Da verbrennt man sich ja noch, am End´. In den Alpen kann man ja auch seinen Spaß haben. Einfach die Skier oder das Snowboard angeschnallt, und ab geht die wilde Fahrt. Und gegen Après Ski gibt´s ja auch Nichts einzuwenden...
Liebe Leser, natürlich gibt´s da Nichts einzuwenden.
Nur Folgendes: Das ist ja wohl totaler Mummpitz und grober Unfug. Jawohl, hier spricht endlich die Stimme der Vernunft, die dem ganzen Schwachsinn an dieser Stelle Einhalt gebieten muss. Öl, das Urlaub macht. Also bitte. Wie lächerlich ist das denn???
Das musste jetzt schon mal gesagt werden. Nun muss ich aber schon wieder weiter, Sie wissen ja, Zeit ist Öl, ähm, natürlich Geld. Ich gebe daher ab an meinen Presse-Sprecher, der Ihnen alle weiteren relevanten Informationen zu dem Thema geben wird:
Meine Damen und Herren, [bedeutungsschwangeres Hüsteln],
die Frage, wo denn nun die zugegebenermaßen enorme Menge an vor dem mexikanischen Golf in der Tiefsee frei herumschwimmenden, ich möchte bewusst nicht sagen herumlungernden Öls abgeblieben ist, sollte nun hinreichend beantwortet worden sein: siehe hier, Spiegel-Online.
Falls Sie sich nun als kritischer Zeitgenosse völlig zurecht fragen: "Kann das denn sein? Ist die Quelle (ha ha) des Berichts denn auch sicher?", so möchte ich Sie an dieser Stelle gerne beruhigen und darauf verweisen, dass es sich bei der Quelle um einen ganzen, halbseitigen Bericht des Fachmagazins "Science" handelt (siehe hier), welches an sich ja schon prinzipiell nicht zu hinterfragen ist. Sehen Sie! Bitte ersparen Sie sich und mir deshalb die peinvolle Mühe weiterer Recherchen. Seien Sie einfach versichert, dass die präsentierten Ergebnisse wissenschaftlich absolut fundiert und in keinster Weise durch die industrielle Lobby korrumpiert sind. Immerhin verbürgt sich dafür nicht zuletzt das "US Department of Energy" mit seinem guten Namen. Sehen Sie.
Übrigens, und falls Sie sich das auch gefragt haben sollten, die possierlichen kleinen Mikroben-Racker mit dem Heißhunger aufs Öl heißen im Fachjargon "Meeresschnee" (siehe hier). Da wird Einem doch so richtig warm ums Herz, ich weiß. Danke.
Und richtig: legitime Bedenken, wonach ein Öko-System grundsätzlich sehr fragil und die explosionsartige Vermehrung eines Organismus (und sei es nur eine Mikrobe, sind wir doch einmal ehrlich) durchaus gewaltige Auswirkungen haben kann, möchte ich zerstreuen. Schauen Sie sich doch nur noch einmal an, wie ulkig diese kleinen süßen Mikroben auf den ersten Blick, auf den Zweiten aber erschreckend gefräßig aussehen:
Sehen Sie! Na also.
Ich möchte zum Schluss aber noch darauf hinweisen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht unbedingt angebracht wäre, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass man sämtliche Altöl-Reserven in den nächstbesten Gulli, See oder Ozean schütten könnte. Auch wenn Sie mir uneingeschränkt Glauben schenken dürfen, dass Wissenschaftler des "US Department of Energy" gegenwärtig fieberhaft an dieser attraktiven Recycling-Methode forschen und sich mit der kniffligen Thematik beschäftigen: Wann ist tief tief genug? Die Antwort ist nahe! Glauben Sie mir. Bis es allerdings soweit ist- es kann sich nur um eine kurze Zeit handeln- lassen wir jetzt erst einmal den Meeresschnee sein wunderbares Werk vollrichten und sorgenlos wie bisher weitermachen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen sauberen Tag.
Mittwoch, 12. Mai 2010
All in Europa
Die Euro-Krise. Ein Rettungspaket von über 750 Milliarden. Das sind pauschal um die 1500 Euro pro Bürger in der Union. Das ist für den Ein oder Anderen schon mal ein Monatslohn. Ja, aber es ging ja wieder einmal nicht anders. Es musste einfach sein. Europa musste sich ja verteidigen im Kampf gegen die bösen bösen Spekulanten. Es zeigt sich wieder einmal mehr als deutlich, dass das Casino nach wie vor geöffnet ist, gepokert und gezockt wird, wo es eben geht. Die Finanz-Krise ist ja schon wieder mindestens ein Jahr oder sogar noch länger her. Der Berliner Henrik Enderlein, Professor für politische Ökonomie an der Hertie School of Governance in Berlin, spricht nicht nur auf "Spiegel Online" vom "All In" der europäischen Regierungen. Nun muss man abwarten, ob die Börsenspekulanten mitgehen oder passen...alles schön und gut, aber irgendwie auch ziemlich absurd- und krank? Irgendwie schon.
Aber wenn die Politik- wer sollte das sonst bitte tun? Vielleicht die Banken selber?- nun einmal nichts an den Spielregeln ändert, die auf der internationalen Finanz-Ebene gelten,warum sollten sich die Börsenhändler auch anders verhalten? Was für eine einfache Milchmädchenrechnung. Umso erstaunlicher aber, dass die Politik die Nähe zu den Banken sucht- Schäubles gemeinsamer öffentlicher Auftritt zusammen mit Big Boss Ackermann Ende vergangener Woche ist ja nur ein Beispiel für die ganze Farce und Indiz für eine kriecherische Unterwürfigkeit der Polit-Marionetten. Oder etwa nicht? Wolfgang Gehrkre zumindest, nicht nur emeritierter deutscher Hochschullehrer für Bank- und Börsenwesen, hält auf jeden Fall in einem "Wiso Spezial" am Montag die Beteuerungen der Banken, z.B. ein paar Milliönchen zum Rettungspaket zuzuschießen oder überhaupt auf ein paar Milliönchen im Poker zu verzichten, für eine "Lachnummer". Da können sich Schäuble und Ackermann noch so doll die Hände schütteln und in die Kameras grinsen.
Aber was soll´s. Man muss ja nach Vorne schauen. Und gerade Deutschland darf sich ja sowieso nicht beklagen- als Export(-Vize-)Weltmeister profitiert man ja schließlich extremst vom Euro. Ja, das ist schon ein Argument. Nur: Millionen Deutsche haben das wahrscheinlich gar nicht mitgekriegt. Mir wäre es jedenfalls neu, dass wir seit der Euro-Einführung in einem Land der Glückseeligen leben. Oder ist mir da etwas entgangen? Was Vielen und mir aber bestimmt nicht entgangen ist: Dass man für ein Bier in der Kneipe nicht mehr 3,50 Mark, sondern eben 3,50 Euro zahlt. Und die Löhne bestimmt nicht verdoppelt wurden. Aber Wen interessiert das heute schon noch? Politik und Wirtschaft sicher nicht.
Und wie gesagt: "Deutschland" braucht ja den Euro. Was sind da schon die 123 Milliarden, die man jetzt zum Rettungspaket beiträgt? Peanuts? Das vielleicht nicht. Aber, und an der Stelle kann man ja den Werbe-Slogan noch einmal bemühen: "Du bist Deutschland". Und wenn man davon ausgeht, dass Du Daimler, VW, BMW, Siemens, Deutsche Bank&Co bist, dann macht das Ganze ja auch wieder Sinn. Irgendwie. Und muss halt so sein. Lachnummer hin oder her.
Aber wenn die Politik- wer sollte das sonst bitte tun? Vielleicht die Banken selber?- nun einmal nichts an den Spielregeln ändert, die auf der internationalen Finanz-Ebene gelten,warum sollten sich die Börsenhändler auch anders verhalten? Was für eine einfache Milchmädchenrechnung. Umso erstaunlicher aber, dass die Politik die Nähe zu den Banken sucht- Schäubles gemeinsamer öffentlicher Auftritt zusammen mit Big Boss Ackermann Ende vergangener Woche ist ja nur ein Beispiel für die ganze Farce und Indiz für eine kriecherische Unterwürfigkeit der Polit-Marionetten. Oder etwa nicht? Wolfgang Gehrkre zumindest, nicht nur emeritierter deutscher Hochschullehrer für Bank- und Börsenwesen, hält auf jeden Fall in einem "Wiso Spezial" am Montag die Beteuerungen der Banken, z.B. ein paar Milliönchen zum Rettungspaket zuzuschießen oder überhaupt auf ein paar Milliönchen im Poker zu verzichten, für eine "Lachnummer". Da können sich Schäuble und Ackermann noch so doll die Hände schütteln und in die Kameras grinsen.
Aber was soll´s. Man muss ja nach Vorne schauen. Und gerade Deutschland darf sich ja sowieso nicht beklagen- als Export(-Vize-)Weltmeister profitiert man ja schließlich extremst vom Euro. Ja, das ist schon ein Argument. Nur: Millionen Deutsche haben das wahrscheinlich gar nicht mitgekriegt. Mir wäre es jedenfalls neu, dass wir seit der Euro-Einführung in einem Land der Glückseeligen leben. Oder ist mir da etwas entgangen? Was Vielen und mir aber bestimmt nicht entgangen ist: Dass man für ein Bier in der Kneipe nicht mehr 3,50 Mark, sondern eben 3,50 Euro zahlt. Und die Löhne bestimmt nicht verdoppelt wurden. Aber Wen interessiert das heute schon noch? Politik und Wirtschaft sicher nicht.
Und wie gesagt: "Deutschland" braucht ja den Euro. Was sind da schon die 123 Milliarden, die man jetzt zum Rettungspaket beiträgt? Peanuts? Das vielleicht nicht. Aber, und an der Stelle kann man ja den Werbe-Slogan noch einmal bemühen: "Du bist Deutschland". Und wenn man davon ausgeht, dass Du Daimler, VW, BMW, Siemens, Deutsche Bank&Co bist, dann macht das Ganze ja auch wieder Sinn. Irgendwie. Und muss halt so sein. Lachnummer hin oder her.
Sonntag, 18. April 2010
Afghanistan, Terror, USA
Aktuell mehren sich wieder einmal medienwirksam Zweifel am "Erfolg" des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan. Dabei meinen wir es doch so gut! Und ein sofortiger Abzug ist eh kein Thema- sieht man von den populistischen Forderungen der Linken und Gysi einmal ab. Ein paar Haubitzen mehr werden´s schon richten...
Es ist doch nun einmal so, dass Deutschland und die gesamte westliche Welt in einem Boot mit der USA sitzt. Und die USA werden sich wohl in ihrem offziell und medial gebetsmühlenartig bekräftigten, globalen Kampf für mehr Demokratie und weniger Terror so schnell wohl nicht zügeln. Also muss auch Deutschland mitziehen...
Die etablierten Medien halten sich mit einer fundamentalen Kritik doch erstaunlich zurück. Tote im "Krieg", ja, man darf ja jetzt mit dem Segen Merkels&Co. davon sprechen, das ist nicht schön, und traurig. Unsere tapferen Soldaten. Aber: Die Freiheit muss nun mal auch am Hindukusch verteidigt werden...
Obwohl ich mich durchaus als politisch interessiert bezeichnen würde, kann ich mich aktuell an keine Sendung und an keinen Nachrichten-Bericht bei ARD oder ZDF, aber auch z.B. dem Spiegel erinnern, der nicht ganz im Sinne des "Common Sense" wäre. Obwohl für mich gerade der Spiegel immer eine journalistische Instanz war und ist, muss ich feststellen, dass auch der bereits Ende Januar zum Thema Afghanistan veröffentlichte Leitartikel (siehe hier) keine rühmliche Ausnahme darstellt. Sicher: Es kommen darin viele interessante Infos gerade zur Historie vor, je mehr sich aber der Artikel der gegenwärtigen Situation nähert, desto kritikarmer wird er...eigentlich erstaunlich, dass in einer Demokratie doch größtenteils eine Informations-Einbahnstraßen-Medien-Politik herrschen kann.
Wie lautet sie nochmal, die Terror-Agenda, der "Common Sense"? Ohne an der Stelle näher darauf einzugehen, gilt doch der öffentlich kaum widersprochene geschweige denn überhaupt diskutierte Grundsatz, dass die Welt seit dem 9/11 eine Andere ist. Offiziell zumindest.
Diese Leier läuft seit Jahren auf allen Kanälen rauf und runter...
Nun gibt es aber doch auch die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren.
Durch die aktuellen Vorkommnisse in Afghanistan motiviert, habe ich das zumindest versucht. Ein, zwei Klicks später stieß ich auf den Namen "Christoph Hörstel" (Grund-Infos zur Person auf Wikipedia).
Eine wirklich interessante Figur, von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte: Ein echter Journalist, von denen es anscheinend nicht mehr Viele gibt- wer als verdienter Korrespondent und Afganistan-Kenner die ARD verlässt, weil er die Einseitigkeit in der Berichterstattung weder hinnehmen will, noch verantworten kann und es im Anschluss nur für sehr kurze Zeit bei Siemens ("Korruption unerträglich") aushält, der hat aus meiner Sicht einen gewissen Vertrauens-Vorschuss verdient. Erstaunlich- oder, wenn man es sich recht überlegt: vielleicht eben nicht-, dass dieser Mann medial so wenig Beachtung findet.
Wer sich nicht nur mit den üblichen Informations-Häppchen und Politiker-Standardfloskeln zufrieden gibt und einfach einmal eine andere Sicht der Dinge haben will, dem sei folgendes 76(!)-minütiges-Interview mit ihm dringendst ans Herz gelegt (hier klicken), produziert übrigens von "NuoViso", ebenfalls aus meiner Sicht nicht unbedingt verdächtig, dem "Common Sense" zu dienen.
Zur Afghanistan-Problematik wäre außerdem ein SWR1-Radio-Interview (hier kann man sich das Interview anhören oder runterladen) mit ihm zu empfehlen, alles Weitere liefert bei Interesse ohnehin die Suchmaschine.
Auch wenn man sich diese Zeit genommen haben sollte, gilt natürlich noch der Grundsatz, dass man sich eine eigene Meinung bilden sollte. Aber die dort genannten Argumente sollte man zumindest eben kennen.
Und: Was wäre denn, wenn Hörstels Thesen von der gegenwärtigen, globalen Situation weniger falsch als der "Common Sense" wären? Was wäre, wenn es den Vereinigten Staaten z.B. in Afghanistan, wie auf dem Rest der Welt, eben nicht um Demokratie und Freiheit, sondern in Wirklichkeit rein um geostrategische Interessen und in diesem Zusammenhang (Stichwort: Ressourcen) schlicht um Sicherung und wenn schon nicht Ausbau, so doch zumindest Fortbestand der eigenen Vormachtstellung ginge? Und zwar mit allen Mitteln?
Und wo wir gerade dabei sind- noch einmal kurz zu 9/11, dem zweifellos dramatischen Ereignis, was als offizielle Legitimation für den "Krieg gegen den Terror" benutzt wird und der westlichen Welt ja offenbar keine andere Wahl lässt, als sich mit den USA im "Terrorkampf" zu verbünden:
Was wäre dennn, wenn auch hier die "Common Sense"-Variante anzuzweifeln wäre- wie das wiederum nicht nur Hörstel, sondern ein weiterer, altehrwürdiger Journalist wie Peter Scholl-Latour macht (siehe Scholl-Latour in einer Diskussionsrunde auf Phönix) und Amerika seit 9/11 ein Land im "Ausnahmezustand" ist, in dem Bürgerreche noch weniger, Militärrechte aber mehr als zuvor schon gelten, auch unter Obama (ein Artikel hierzu in dem Polit-Magazin "Hintergrund")?
Ja, was wäre denn, wenn mit Obama wirklich nur eine andere Rhetorik ins Weiße Haus eingezogen wäre, aber keine andere Außenpolitik? Wenn auch er international geltendes Recht in erster Linie im Interesse Israels und dann Amerikas einfach ignorieren und nicht nur die Nato zu diesem Zweck missbrauchen würde?
Und, was wäre denn, wenn die Finanz-Krise nur ein weiteres Indiz dafür wäre, dass das westliche System am Implodieren war und weiterhin ist, nicht zuletzt auch deshalb, weil grenzenloser Egoismus in Verbindung mit global Krieg&Terror finanzieren auf die Dauer doch nicht ganz gut und günstig ist?
Wenn gerade deshalb bzw. trotzdem wirtschaftlicher Imperialismus als einziger Ausweg praktiziert würde, in diesem wie in vergangenen Jahrhunderten?
Wenn sich aber die Zeiten geändert hätten?
Wenn mittlerweile und nicht erst seit gestern ein anderer Block, offensichtlich unter Chinas Führung, mit Russland als Partner, das nicht mehr so gerne "a priori" hinnehmen mag?
Wenn man zudem Stellvertreter-Konflikte wie Iran-Israel-Palästina und Korea, also Pulverfässer, die jederzeit im großen Maßstab explodieren könnten, berücksichtigt?
Ja, was wäre dann? Und was hätten wir schon?
Oder sind das alles nur "Verschwörungstheorien", von irgendwelchen Querköpfen ausgedacht, die in Verdacht stehen, Lobbyarbeit im Namen des Islam zu betreiben?
Ist es wirklich so einfach?
Ohne selbst irgendetwas mit Religion am Hut zu haben, möchte ich zum Schluss und um den Kreis zu schließen aber schon noch einmal fragen, warum in den (etablierten) westlichen Medien doch sehr "gleichgeschaltet" über solche Sachverhalte berichtet wird? Über eine Witzfigur wie Guido Knopp und seine 3000.te "ZDF-History"-Sendung zum Thema "2. Weltkrieg- heute: was stand bei Hitler am letzten Bunker-Tag auf dem Mittagstisch?" kann ich schon lange nicht mehr lachen.
Und, was nicht weniger nachdenklich stimmt: Dass sich intelektuelle Kreise mehr als bedeckt halten mit einer breiten öffentlichen Kritik, die etwas tiefer greift als das Beklagen von Toten in einem anscheinend unvermeidlichen, "notwendigen" Krieg gegen den Terror? Hörstel und Scholl-Latour in Ehren.
Wo ist eine echte, ernstzunehmende, konzentrierte inter-nationale Front gegen den "Feind", gegen Lügen und Unwissenheit? Wer kennt denn schon den sehr gelungenen Spiel-Film "Syriana" aus dem Jahr 2005 (Infos dazu auf Wikipedia), der die US-Machenschaften rund ums Öl eindrucksvoll aufdeckt? Auf Deutschland bezogen: Reicht es, wenn ein Exot wie Georg Schramm im Kabarett Klartext nicht nur zum Thema Afghanistan spricht (siehe vergangenen Dienstag)?
Wo sind weitere kritische Stimmen?
Was macht die "hohe" Kunst und die Jugend?
Resignieren und verblöden?
Oder: Ist am Ende Alles nur halb so schlimm?
Finanzkrise hin, Afghanistan her?
Hauptsache "Paaaaarty"?
Noch eine letzte Prognose: Wenn sich daran nichts ändert, werden wir uns früher oder später noch wundern. Ob es dann zu spät ist?
Es ist doch nun einmal so, dass Deutschland und die gesamte westliche Welt in einem Boot mit der USA sitzt. Und die USA werden sich wohl in ihrem offziell und medial gebetsmühlenartig bekräftigten, globalen Kampf für mehr Demokratie und weniger Terror so schnell wohl nicht zügeln. Also muss auch Deutschland mitziehen...
Die etablierten Medien halten sich mit einer fundamentalen Kritik doch erstaunlich zurück. Tote im "Krieg", ja, man darf ja jetzt mit dem Segen Merkels&Co. davon sprechen, das ist nicht schön, und traurig. Unsere tapferen Soldaten. Aber: Die Freiheit muss nun mal auch am Hindukusch verteidigt werden...
Obwohl ich mich durchaus als politisch interessiert bezeichnen würde, kann ich mich aktuell an keine Sendung und an keinen Nachrichten-Bericht bei ARD oder ZDF, aber auch z.B. dem Spiegel erinnern, der nicht ganz im Sinne des "Common Sense" wäre. Obwohl für mich gerade der Spiegel immer eine journalistische Instanz war und ist, muss ich feststellen, dass auch der bereits Ende Januar zum Thema Afghanistan veröffentlichte Leitartikel (siehe hier) keine rühmliche Ausnahme darstellt. Sicher: Es kommen darin viele interessante Infos gerade zur Historie vor, je mehr sich aber der Artikel der gegenwärtigen Situation nähert, desto kritikarmer wird er...eigentlich erstaunlich, dass in einer Demokratie doch größtenteils eine Informations-Einbahnstraßen-Medien-Politik herrschen kann.
Wie lautet sie nochmal, die Terror-Agenda, der "Common Sense"? Ohne an der Stelle näher darauf einzugehen, gilt doch der öffentlich kaum widersprochene geschweige denn überhaupt diskutierte Grundsatz, dass die Welt seit dem 9/11 eine Andere ist. Offiziell zumindest.
Diese Leier läuft seit Jahren auf allen Kanälen rauf und runter...
Nun gibt es aber doch auch die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren.
Durch die aktuellen Vorkommnisse in Afghanistan motiviert, habe ich das zumindest versucht. Ein, zwei Klicks später stieß ich auf den Namen "Christoph Hörstel" (Grund-Infos zur Person auf Wikipedia).
Eine wirklich interessante Figur, von der ich bis dato noch nie etwas gehört hatte: Ein echter Journalist, von denen es anscheinend nicht mehr Viele gibt- wer als verdienter Korrespondent und Afganistan-Kenner die ARD verlässt, weil er die Einseitigkeit in der Berichterstattung weder hinnehmen will, noch verantworten kann und es im Anschluss nur für sehr kurze Zeit bei Siemens ("Korruption unerträglich") aushält, der hat aus meiner Sicht einen gewissen Vertrauens-Vorschuss verdient. Erstaunlich- oder, wenn man es sich recht überlegt: vielleicht eben nicht-, dass dieser Mann medial so wenig Beachtung findet.
Wer sich nicht nur mit den üblichen Informations-Häppchen und Politiker-Standardfloskeln zufrieden gibt und einfach einmal eine andere Sicht der Dinge haben will, dem sei folgendes 76(!)-minütiges-Interview mit ihm dringendst ans Herz gelegt (hier klicken), produziert übrigens von "NuoViso", ebenfalls aus meiner Sicht nicht unbedingt verdächtig, dem "Common Sense" zu dienen.
Zur Afghanistan-Problematik wäre außerdem ein SWR1-Radio-Interview (hier kann man sich das Interview anhören oder runterladen) mit ihm zu empfehlen, alles Weitere liefert bei Interesse ohnehin die Suchmaschine.
Auch wenn man sich diese Zeit genommen haben sollte, gilt natürlich noch der Grundsatz, dass man sich eine eigene Meinung bilden sollte. Aber die dort genannten Argumente sollte man zumindest eben kennen.
Und: Was wäre denn, wenn Hörstels Thesen von der gegenwärtigen, globalen Situation weniger falsch als der "Common Sense" wären? Was wäre, wenn es den Vereinigten Staaten z.B. in Afghanistan, wie auf dem Rest der Welt, eben nicht um Demokratie und Freiheit, sondern in Wirklichkeit rein um geostrategische Interessen und in diesem Zusammenhang (Stichwort: Ressourcen) schlicht um Sicherung und wenn schon nicht Ausbau, so doch zumindest Fortbestand der eigenen Vormachtstellung ginge? Und zwar mit allen Mitteln?
Und wo wir gerade dabei sind- noch einmal kurz zu 9/11, dem zweifellos dramatischen Ereignis, was als offizielle Legitimation für den "Krieg gegen den Terror" benutzt wird und der westlichen Welt ja offenbar keine andere Wahl lässt, als sich mit den USA im "Terrorkampf" zu verbünden:
Was wäre dennn, wenn auch hier die "Common Sense"-Variante anzuzweifeln wäre- wie das wiederum nicht nur Hörstel, sondern ein weiterer, altehrwürdiger Journalist wie Peter Scholl-Latour macht (siehe Scholl-Latour in einer Diskussionsrunde auf Phönix) und Amerika seit 9/11 ein Land im "Ausnahmezustand" ist, in dem Bürgerreche noch weniger, Militärrechte aber mehr als zuvor schon gelten, auch unter Obama (ein Artikel hierzu in dem Polit-Magazin "Hintergrund")?
Ja, was wäre denn, wenn mit Obama wirklich nur eine andere Rhetorik ins Weiße Haus eingezogen wäre, aber keine andere Außenpolitik? Wenn auch er international geltendes Recht in erster Linie im Interesse Israels und dann Amerikas einfach ignorieren und nicht nur die Nato zu diesem Zweck missbrauchen würde?
Und, was wäre denn, wenn die Finanz-Krise nur ein weiteres Indiz dafür wäre, dass das westliche System am Implodieren war und weiterhin ist, nicht zuletzt auch deshalb, weil grenzenloser Egoismus in Verbindung mit global Krieg&Terror finanzieren auf die Dauer doch nicht ganz gut und günstig ist?
Wenn gerade deshalb bzw. trotzdem wirtschaftlicher Imperialismus als einziger Ausweg praktiziert würde, in diesem wie in vergangenen Jahrhunderten?
Wenn sich aber die Zeiten geändert hätten?
Wenn mittlerweile und nicht erst seit gestern ein anderer Block, offensichtlich unter Chinas Führung, mit Russland als Partner, das nicht mehr so gerne "a priori" hinnehmen mag?
Wenn man zudem Stellvertreter-Konflikte wie Iran-Israel-Palästina und Korea, also Pulverfässer, die jederzeit im großen Maßstab explodieren könnten, berücksichtigt?
Ja, was wäre dann? Und was hätten wir schon?
Oder sind das alles nur "Verschwörungstheorien", von irgendwelchen Querköpfen ausgedacht, die in Verdacht stehen, Lobbyarbeit im Namen des Islam zu betreiben?
Ist es wirklich so einfach?
Ohne selbst irgendetwas mit Religion am Hut zu haben, möchte ich zum Schluss und um den Kreis zu schließen aber schon noch einmal fragen, warum in den (etablierten) westlichen Medien doch sehr "gleichgeschaltet" über solche Sachverhalte berichtet wird? Über eine Witzfigur wie Guido Knopp und seine 3000.te "ZDF-History"-Sendung zum Thema "2. Weltkrieg- heute: was stand bei Hitler am letzten Bunker-Tag auf dem Mittagstisch?" kann ich schon lange nicht mehr lachen.
Und, was nicht weniger nachdenklich stimmt: Dass sich intelektuelle Kreise mehr als bedeckt halten mit einer breiten öffentlichen Kritik, die etwas tiefer greift als das Beklagen von Toten in einem anscheinend unvermeidlichen, "notwendigen" Krieg gegen den Terror? Hörstel und Scholl-Latour in Ehren.
Wo ist eine echte, ernstzunehmende, konzentrierte inter-nationale Front gegen den "Feind", gegen Lügen und Unwissenheit? Wer kennt denn schon den sehr gelungenen Spiel-Film "Syriana" aus dem Jahr 2005 (Infos dazu auf Wikipedia), der die US-Machenschaften rund ums Öl eindrucksvoll aufdeckt? Auf Deutschland bezogen: Reicht es, wenn ein Exot wie Georg Schramm im Kabarett Klartext nicht nur zum Thema Afghanistan spricht (siehe vergangenen Dienstag)?
Wo sind weitere kritische Stimmen?
Was macht die "hohe" Kunst und die Jugend?
Resignieren und verblöden?
Oder: Ist am Ende Alles nur halb so schlimm?
Finanzkrise hin, Afghanistan her?
Hauptsache "Paaaaarty"?
Noch eine letzte Prognose: Wenn sich daran nichts ändert, werden wir uns früher oder später noch wundern. Ob es dann zu spät ist?
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Politik
Samstag, 27. März 2010
An der Nordseeküste
...sind die Fische im Wasser und selten an Land."
Das stellten "Klaus und Klaus" in einem ihrer Smash-Hits aus den 80ern fest (hier zum legendären Auftritt beim Dieter, beim Thomas, beim Heck). Ja, wir haben nicht vergessen. Wir Kinder der Vorwendezeit erinnern uns an diesen und an Titel wie "Da steht ein Pferd auf dem Flur" und "Klingelingeling Klingelingeling, hier kommt der Eiermann". Ach ja, die 80er...ok, das muss mit Nostalgiekitsch jetzt aber reichen.
Also schnell die Tränen getrocknet und zurück zum eigentlichen Thema, welches da wäre: Auch wenn die poetische Kraft eines Song-Textes wie "An der Nordseeküste" wohl über jeden Zweifel erhaben ist, bin ich kürzlich über einen TV-Bericht (3Sat, "Nano") gestoßen, der mich schlussfolgern lässt: der Text ist leider nicht vollständig. Richtig müsste es heißen: "An der Nordseeküste...sind die Fische und Bomben im Wasser und selten an Land".
Das Thema in dem Bericht ist, dass nach dem 2.Weltkrieg alleine in den Gewässern vor der niedersächsischen Küste schätzungsweise über eine Million (!!!) Tonnen "Kampfmittel" versenkt wurden. Das entspricht in etwa dem 25fachen Gewicht der Titanic oder dem doppelten Gewicht des "Bujr kalif", des größten Wolkenkratzers der Welt (Infos zum Skyscraper hier). Soviel zur Einordnung der Menge...
Nun zu der Frage: Was soll das heißen, Kampfmittel? Hier heißt es, dass am Meeresgrund "konventionelle" TNT-Bomben und -Granaten liegen, aber auch "unkonventionelle" Giftgasgranaten, die also mit dem Nervengift Tabun gefüllt sind, das über die Haut aufgenommen wird. Und halt, man muss es sagen, giftig ist...
Kein Wunder, dass das schleswig-holsteinische Innnenministerium da erst einmal entschieden hat, das zun tun, was Politker eben für gewöhnlich am besten tun, wenn sie nicht gerade heiße Luft in Mikros und Kameras hauchen: Nichts. Abwarten. Die Leute vergessen ja schnell. Und warum nicht einfach mal ein paar (Hundert) Tausend (Giftgas-)Granaten dort lassen, wo sie sind: in "Sicherheit", auf dem Meeresboden, z.B. vor Helgoland (siehe dazu einen Stern-Artikel).
Die Begründung stellt zugleich ein weiteres Mal die rasiermesserstumpfe Logik in den unergründlich verwinkelten Gedankengängen von Politikerh/birnen unter Beweis: Also, die Granaten seien im Allgemeinen ja nicht mehr gefährlich. Das Nervengift sei längst schon ausgewaschen. Das bestätigten "Fachleute"- wie der Hausmeister des Ministeriums?!
[Zu blöd, dass die Begründung dann nicht so weitergeht:]
Da könne man sie ja gleich unten lassen.
[Sondern:]
Eine Bergung durch Taucher wäre außerdem für diese zu gefährlich.
Das ist ungefär so sinnvoll, wie wenn es in einem Bürokomplex eine ernstzunehmende Bombendrohung gibt und dann vor Ort ein Polizeisprecher der Medienmeute berichtet, dass das Gebäude nicht geräumt werden muss, da ja keine akute Gefahr besteht, das Entschärfungs-Kommando aber vorsichtshalber nicht reingeschickt wird- könnte ja was passieren...
Und auch wenn der Hausmeister Recht haben und das Gift schon ausgewaschen sein sollte, möchte man schon die Frage aufwerfen, wohin es denn dann gewaschen wurde? Fische? Menschen- nicht nur Taucher, sondern am End´sogar Verbraucher? Nein? Hat sich bestimmt im Wasser einfach in Luft aufgelöst?
Nur: Warum wäre dann eine Bergung eigentlich zu gefährlich?
Ach, was soll´s [zurück zur Politiker-Logik]: Die Touristen sollten sich doch vielmehr darüber freuen, dass sie an der Küste nicht nur popelige Muscheln als Souvenirs vorfinden können, sondern auch fette fette Granaten...und auch die Fischer sollten viel dankbarer sein, dass ihr "grauer" Alltag auf hoher See dadurch aufgewertet wird, dass ihnen nicht nur (mit Tabun angereicherte) Schollen und Heringe ins Netz gehen, sondern hin und wieder ein richtig dicker "Fisch", der ja nicht unbedingt in die Luft gehen muss. Aber kann, wie schon passiert...
Abschließend sei noch mit einem Irrtum aufgeräumt: Natürlich lagern in der Nordsee nicht nur Kampfmittel aus dem 2.Weltkrieg. Auch Alt-Bestände der Bundeswehr, der Nationalen Volksarmee der DDR, der Sowjetarmee und der Nato wurden hier versenkt.
"Sauber und diskret"?
Das stellten "Klaus und Klaus" in einem ihrer Smash-Hits aus den 80ern fest (hier zum legendären Auftritt beim Dieter, beim Thomas, beim Heck). Ja, wir haben nicht vergessen. Wir Kinder der Vorwendezeit erinnern uns an diesen und an Titel wie "Da steht ein Pferd auf dem Flur" und "Klingelingeling Klingelingeling, hier kommt der Eiermann". Ach ja, die 80er...ok, das muss mit Nostalgiekitsch jetzt aber reichen.
Also schnell die Tränen getrocknet und zurück zum eigentlichen Thema, welches da wäre: Auch wenn die poetische Kraft eines Song-Textes wie "An der Nordseeküste" wohl über jeden Zweifel erhaben ist, bin ich kürzlich über einen TV-Bericht (3Sat, "Nano") gestoßen, der mich schlussfolgern lässt: der Text ist leider nicht vollständig. Richtig müsste es heißen: "An der Nordseeküste...sind die Fische und Bomben im Wasser und selten an Land".
Das Thema in dem Bericht ist, dass nach dem 2.Weltkrieg alleine in den Gewässern vor der niedersächsischen Küste schätzungsweise über eine Million (!!!) Tonnen "Kampfmittel" versenkt wurden. Das entspricht in etwa dem 25fachen Gewicht der Titanic oder dem doppelten Gewicht des "Bujr kalif", des größten Wolkenkratzers der Welt (Infos zum Skyscraper hier). Soviel zur Einordnung der Menge...
Nun zu der Frage: Was soll das heißen, Kampfmittel? Hier heißt es, dass am Meeresgrund "konventionelle" TNT-Bomben und -Granaten liegen, aber auch "unkonventionelle" Giftgasgranaten, die also mit dem Nervengift Tabun gefüllt sind, das über die Haut aufgenommen wird. Und halt, man muss es sagen, giftig ist...
Kein Wunder, dass das schleswig-holsteinische Innnenministerium da erst einmal entschieden hat, das zun tun, was Politker eben für gewöhnlich am besten tun, wenn sie nicht gerade heiße Luft in Mikros und Kameras hauchen: Nichts. Abwarten. Die Leute vergessen ja schnell. Und warum nicht einfach mal ein paar (Hundert) Tausend (Giftgas-)Granaten dort lassen, wo sie sind: in "Sicherheit", auf dem Meeresboden, z.B. vor Helgoland (siehe dazu einen Stern-Artikel).
Die Begründung stellt zugleich ein weiteres Mal die rasiermesserstumpfe Logik in den unergründlich verwinkelten Gedankengängen von Politikerh/birnen unter Beweis: Also, die Granaten seien im Allgemeinen ja nicht mehr gefährlich. Das Nervengift sei längst schon ausgewaschen. Das bestätigten "Fachleute"- wie der Hausmeister des Ministeriums?!
[Zu blöd, dass die Begründung dann nicht so weitergeht:]
Da könne man sie ja gleich unten lassen.
[Sondern:]
Eine Bergung durch Taucher wäre außerdem für diese zu gefährlich.
Das ist ungefär so sinnvoll, wie wenn es in einem Bürokomplex eine ernstzunehmende Bombendrohung gibt und dann vor Ort ein Polizeisprecher der Medienmeute berichtet, dass das Gebäude nicht geräumt werden muss, da ja keine akute Gefahr besteht, das Entschärfungs-Kommando aber vorsichtshalber nicht reingeschickt wird- könnte ja was passieren...
Und auch wenn der Hausmeister Recht haben und das Gift schon ausgewaschen sein sollte, möchte man schon die Frage aufwerfen, wohin es denn dann gewaschen wurde? Fische? Menschen- nicht nur Taucher, sondern am End´sogar Verbraucher? Nein? Hat sich bestimmt im Wasser einfach in Luft aufgelöst?
Nur: Warum wäre dann eine Bergung eigentlich zu gefährlich?
Ach, was soll´s [zurück zur Politiker-Logik]: Die Touristen sollten sich doch vielmehr darüber freuen, dass sie an der Küste nicht nur popelige Muscheln als Souvenirs vorfinden können, sondern auch fette fette Granaten...und auch die Fischer sollten viel dankbarer sein, dass ihr "grauer" Alltag auf hoher See dadurch aufgewertet wird, dass ihnen nicht nur (mit Tabun angereicherte) Schollen und Heringe ins Netz gehen, sondern hin und wieder ein richtig dicker "Fisch", der ja nicht unbedingt in die Luft gehen muss. Aber kann, wie schon passiert...
Abschließend sei noch mit einem Irrtum aufgeräumt: Natürlich lagern in der Nordsee nicht nur Kampfmittel aus dem 2.Weltkrieg. Auch Alt-Bestände der Bundeswehr, der Nationalen Volksarmee der DDR, der Sowjetarmee und der Nato wurden hier versenkt.
"Sauber und diskret"?
Samstag, 13. März 2010
München Aktuell
Wie unsere Gesellschaft funktioniert, ist ein Phänomen. Ein einzelner Mensch kann das wohl kaum begreifen. Ich zumindest bestimmt nicht. Viel zu komplex.
Was aber ein fast noch größeres Phänomen ist: dass unsere Gesellschaft irgendwie "funktioniert"...paradox genug.
Es ist aber schon klar, dass alles Grübeln beim besten Willen nicht weiterhilft. Es ist für den eigenen Seelenfrieden wohl wirklich besser, sich da nicht allzu reinzusteigern. Besser Abwehrmechanismen entwickeln: Ignoranz ist eine effektive Möglichkeit, das von sich fernzuhalten, was ist und passiert. National und international. In unserer Medienwelt ist es aber auch nicht ganz einfach, die unglaubliche Nachrichtenflut, und seien es nur die obligatorischen Info-Häppchen, komplett auszublenden. Und auch wenn das gelänge, so blieben dennoch die eigenen Augen und Ohren als Aufnahmeinstrumente.
Eine andere Möglichkeit damit umzugehen ist Ironie, die manchmal ins Sarkastische hinübergleitet. So geht es mir zumindest. Ich gestehe.
Mann kann auch schreiben, um sich etwas Klarheit zu verschaffen. Ich gestehe ein weiteres Mal. Wenn man nun versucht, Beides zu verbinden und Ironie ins Schreiben einfließen lässt, dann ist auch klar, dass man sich damit auf einen schmalen Grat begibt. Manche Zeitphänomene, Personen, Gruppen und Institutionen hätten zwar nicht nur Das "verdient", aber immerhin, auch wenn der Spagat nicht immer klappt. Es gibt Schlimmeres als Humor...
Manchmal helfen aber alle Abwehrmechanismen nicht, umso mehr, wenn der alltägliche Wahnsinn wieder und direkt vor der Haustür und nicht am anderen Ende der Welt zuschlägt:
So am vergangenen Samstag in München Hasenbergl geschehen- siehe hierzu ein Bericht auf "Süddeutsche.de".
Und nur zwei Tage später und ein paar Meter weiter in Milbertshofen: siehe Spiegel Online.
Nur ein kleiner Auszug der (Münchner) Realität. Ob vereinzelte Inititiativen wie die "Lichterkette" (zur Homepage), so gut sie auch gemeint sind, daran etwas Grundlegendes ändern können, wenn sich sonst Nichts ändert?
Wenn die Gesellschaft weiterhin so "funktioniert", wie sie das nun einmal tut und die Bevölkerung (ich selbst will mich da gar nicht ausklammern) es doch akzeptiert, dass z.B. Banken und Wirtschaftsunternehmen wohl "systemrelevant" sind, Menschen und Menschlichkeit aber eben nicht, auch wenn das immer wieder die gleichen Folgen hat, die sich doch (häufig) aus Zukunfts-Angst, Orientierungs- und Perspektivenlosigkeit ergeben? Und wer hat das eigentlich "demokratisch" legitimiert?
Vielleicht sollte ich mich da aber auch nicht allzu sehr reinsteigern...
Was aber ein fast noch größeres Phänomen ist: dass unsere Gesellschaft irgendwie "funktioniert"...paradox genug.
Es ist aber schon klar, dass alles Grübeln beim besten Willen nicht weiterhilft. Es ist für den eigenen Seelenfrieden wohl wirklich besser, sich da nicht allzu reinzusteigern. Besser Abwehrmechanismen entwickeln: Ignoranz ist eine effektive Möglichkeit, das von sich fernzuhalten, was ist und passiert. National und international. In unserer Medienwelt ist es aber auch nicht ganz einfach, die unglaubliche Nachrichtenflut, und seien es nur die obligatorischen Info-Häppchen, komplett auszublenden. Und auch wenn das gelänge, so blieben dennoch die eigenen Augen und Ohren als Aufnahmeinstrumente.
Eine andere Möglichkeit damit umzugehen ist Ironie, die manchmal ins Sarkastische hinübergleitet. So geht es mir zumindest. Ich gestehe.
Mann kann auch schreiben, um sich etwas Klarheit zu verschaffen. Ich gestehe ein weiteres Mal. Wenn man nun versucht, Beides zu verbinden und Ironie ins Schreiben einfließen lässt, dann ist auch klar, dass man sich damit auf einen schmalen Grat begibt. Manche Zeitphänomene, Personen, Gruppen und Institutionen hätten zwar nicht nur Das "verdient", aber immerhin, auch wenn der Spagat nicht immer klappt. Es gibt Schlimmeres als Humor...
Manchmal helfen aber alle Abwehrmechanismen nicht, umso mehr, wenn der alltägliche Wahnsinn wieder und direkt vor der Haustür und nicht am anderen Ende der Welt zuschlägt:
So am vergangenen Samstag in München Hasenbergl geschehen- siehe hierzu ein Bericht auf "Süddeutsche.de".
Und nur zwei Tage später und ein paar Meter weiter in Milbertshofen: siehe Spiegel Online.
Nur ein kleiner Auszug der (Münchner) Realität. Ob vereinzelte Inititiativen wie die "Lichterkette" (zur Homepage), so gut sie auch gemeint sind, daran etwas Grundlegendes ändern können, wenn sich sonst Nichts ändert?
Wenn die Gesellschaft weiterhin so "funktioniert", wie sie das nun einmal tut und die Bevölkerung (ich selbst will mich da gar nicht ausklammern) es doch akzeptiert, dass z.B. Banken und Wirtschaftsunternehmen wohl "systemrelevant" sind, Menschen und Menschlichkeit aber eben nicht, auch wenn das immer wieder die gleichen Folgen hat, die sich doch (häufig) aus Zukunfts-Angst, Orientierungs- und Perspektivenlosigkeit ergeben? Und wer hat das eigentlich "demokratisch" legitimiert?
Vielleicht sollte ich mich da aber auch nicht allzu sehr reinsteigern...
Montag, 15. Februar 2010
Skandal im Sperrbezirk!
Jetzt ist es raus- in den deutschen Kasernen wird gesoffen bis der Katheter kommt! Das ganze Land ist entsetzt?! Erst der Schweineleber-Skandal bei den Gebirgsjägern, jetzt DAS (Alkohol-Probleme in der Bundeswehr?)!
CSU-"Commander-in-Chief" Theo von und zu Guttenberg kann das natürlich nicht akzeptieren, geht es doch hier um sein Image und das seines "Unternehmens". Brutalstmögliche Aufklärung garantiert. Nicht auszuschließen, dass da der ein oder andere Kopf (oder Korken) rollen wird...
Nur: Seit wann ist es denn etwas Neues, dass die Jungs und Mädels beim Bund gerne mal das ein oder andere Fläschen Korn vor, während und nach Dientschluss auf der Stube vernichten? Wo wurde denn das "Katheter-Saufen" erfunden? In der Schweiz? Also Bitte. Und: War uns Das nicht Allen längst bekannt? Immerhin hat ja wohl Jeder von uns den ein oder anderen Bekannten oder zumindest Bekannten von Bekannten, der es eher später als früher nicht nehmen lässt, in geselliger Runde und mit glänzenden Augen nostalgische Anektoden von feuchtfröhlichen Abenden "beim Bund" zum Besten zu geben? Und prahlt Mann denn nicht gerne damit, schon einmal ROHES (metaphysisch betrachtet: weißes) FLEEEEEIIIISCH verputzt zu haben (hierzu der philosophische Standpunkt einer bundesdeutschen Kapelle) ?
Nein? Ok, dann eben nicht...
Fairerweise muss man jetzt aber sagen, dass der Große Karl-Theodor auch einmal seinen Wehrdienst abgeleistet hat. Und wo wird das wohl gewesen sein? Vielleicht beim Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald? Nein? Ja? Doch?
Ja, sicher, Früher war Alles besser. Auch beim Bund. Anfang der Neunziger waren dort nur brave Jungs und Klosterschüler, die es noch als Ehre empfanden, für Deutschland durch den Dreck zu robben und nach Feierabend Hagebutten-Tee zu trinken...es ist ja nicht so, dass das Komasaufen in jeder zivilisierten Armee traditionellerweise zum guten Ton gehört. Nein, das muss sich erst in letzter Zeit entwickelt haben (HartzIV und die SPD haben da vielleicht auch Schuld daran), so dass die Medien endlich wieder über einen Skandal berichten können. Und natürlich hätte sich unser MEGA-Minister ja auch bestimmt ganz ohne Medien-Druck lääääängst um diese unappetitliche Sache gekümmert. Ja, wenn er denn als redlicher Ex-Gebirgsjäger nur davon gewusst hätte (Karl-Theodor beim Aufnahme-Ritual???)!!!
CSU-"Commander-in-Chief" Theo von und zu Guttenberg kann das natürlich nicht akzeptieren, geht es doch hier um sein Image und das seines "Unternehmens". Brutalstmögliche Aufklärung garantiert. Nicht auszuschließen, dass da der ein oder andere Kopf (oder Korken) rollen wird...
Nur: Seit wann ist es denn etwas Neues, dass die Jungs und Mädels beim Bund gerne mal das ein oder andere Fläschen Korn vor, während und nach Dientschluss auf der Stube vernichten? Wo wurde denn das "Katheter-Saufen" erfunden? In der Schweiz? Also Bitte. Und: War uns Das nicht Allen längst bekannt? Immerhin hat ja wohl Jeder von uns den ein oder anderen Bekannten oder zumindest Bekannten von Bekannten, der es eher später als früher nicht nehmen lässt, in geselliger Runde und mit glänzenden Augen nostalgische Anektoden von feuchtfröhlichen Abenden "beim Bund" zum Besten zu geben? Und prahlt Mann denn nicht gerne damit, schon einmal ROHES (metaphysisch betrachtet: weißes) FLEEEEEIIIISCH verputzt zu haben (hierzu der philosophische Standpunkt einer bundesdeutschen Kapelle) ?
Nein? Ok, dann eben nicht...
Fairerweise muss man jetzt aber sagen, dass der Große Karl-Theodor auch einmal seinen Wehrdienst abgeleistet hat. Und wo wird das wohl gewesen sein? Vielleicht beim Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald? Nein? Ja? Doch?
Ja, sicher, Früher war Alles besser. Auch beim Bund. Anfang der Neunziger waren dort nur brave Jungs und Klosterschüler, die es noch als Ehre empfanden, für Deutschland durch den Dreck zu robben und nach Feierabend Hagebutten-Tee zu trinken...es ist ja nicht so, dass das Komasaufen in jeder zivilisierten Armee traditionellerweise zum guten Ton gehört. Nein, das muss sich erst in letzter Zeit entwickelt haben (HartzIV und die SPD haben da vielleicht auch Schuld daran), so dass die Medien endlich wieder über einen Skandal berichten können. Und natürlich hätte sich unser MEGA-Minister ja auch bestimmt ganz ohne Medien-Druck lääääängst um diese unappetitliche Sache gekümmert. Ja, wenn er denn als redlicher Ex-Gebirgsjäger nur davon gewusst hätte (Karl-Theodor beim Aufnahme-Ritual???)!!!
Freitag, 12. Februar 2010
Refugien der Ruhe
Die Industriegesellschaft ist Vergangenheit. Wo gestern noch schweißige Leiber und klebrige Staublungen, da heute hippe Events und Sektempfänglichkeiten. Aus Ruhr wird Kultur.
Daneben dreht sich Alles, wie wir ja wissen, um Dienstleistung, Service und: Life Style. Bald werden wir beim Friseur nicht mehr nur noch unsre Haare schneiden und Köpfe massieren lassen, nicht nur Mélange schlürfen und in gechillter Clubatmosphäre House hören, sondern uns auch z.B. an einem Fünf-Gänge-Menue delektieren können, inklusive ausgiebiger Weinprobe, versteht sich. Vielleicht gibt´s das ja aber auch schon...egal.
Was viel wichtiger ist- auch in diesem Blog muss dem Service-Charakter nun und endlich unbedingt umgehend Rechnung getragen werden:
Wer kennt es nicht? Privat wie beruflich Termine über Termine, gott- und/ oder von Kunden/ Freunden(innen) vorgegebene "Deadlines". Dazu die üblichen Meetings und Briefings. Grade steht man noch in der Büro-Lounge, um einmal durchzuschnaufen und sich ne Latte zu machen, da materialisiert sich plötzlich der Vorgesetzte, um Einen einen Stapel Papier in die Hand oder einen mündlichen Auftrag aufs Auge zu drücken. "Machen se mal". Selbstverständlich Just in Time. Also am besten bis Gestern. Immer wieder hört man da im Kollegenkreis verständlicherweise "ich bin reif für die Insel". Doch nur die Wenigsten können sich eben Eine leisten, und das nicht einmal in Kanada- Jörg Pilawa mal ausgenommen. Aber auch der wohlverdiente Ballermann-/Kultur-Urlaub bleibt da nicht selten auf der Strecke. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so Narr, um Berlusconi zu zitieren.
Im Folgenden, und da sowas wie Charts und Tops (z.B. die Top 5-10 "steilsten Klippen", "fettesten Fette", "beliebtesten Politiker", "was auch immer") ja immer gut ankommen, seien deshalb einige Refugien genannt, die für Jedermann ohne große Reisekosten zugänglich sind- d.h. entweder vor Ort oder gar Zuhause- und die dafür sorgen, dass sich die Hektik für eine kurze oder lange Weile in Ruhe und Frieden verwandelt.
1.
Als Arzt hat man viele Patienten, Überstunden en masse. Was tun, bei all dem Gebrechen? Ganz einfach: Warum in einer freien Minute nicht einmal in den nächstbesten Kernspin (hier einsteigen)? Übrigens ist diese Methode auch für Nicht-Ärzte empfehlenswert. Nur eine Überweisung zum Radiologen und ab dafür! Zusätzlich zum beengend wohlig knappen Platz erwartet Einen im Luxus-Kanal gratis ein avantgardistisch-hypnotisches Klopfkonzert der Extra-Klasse, das Einen in kürzester Zeit alle (anderen) Sorgen vergessen lässt. Wer hier nicht Ruhe und Entspannung oder gar Inspiration für innovative Motetten- oder Jogurettenmusik findet, wo dann?
2.
Ein weiterer Klassiker: Die Wohlfühl-Grube. Auch in Ihrer Nähe. Hier lautet die Devise: Reinlegen und abschalten. Die neiderfüllten Blicke Ihrer Mitmenschen sind Ihnen todsicher.
3.
Auch in den eigenen vier Wänden gibt es Möglichkeiten, sich der häuslichen Hektik zu entziehen: bitte klicken. Also: rein mit dem Gekröse, Deckel zu. Und auf einmal ist Alles ganz cool. Und zu snacken gibt´s auch reichlich- wenn man Glück, einen Plan oder gar eine(n) fürsorgliche Frau/ Mann hat.
4.
Fortgeschrittene können jederzeit zum Hörer greifen und versuchen, ihrem DSL-Anbieter ein fingiertes Problem zu schildern. Der Weg ist das Ziel, denn dadurch kann man das ein oder andere Stündchen in der Warteschleife genießen- in aller Ruhe und bei feinster Fahrstuhlmusik (James Blunt). Aktive Erholung garantiert.
5.
Die gute alte Warteschlange. Leider außer Mode gekommen, könnte man hier doch den ganzen Alltagsstress hinter sich lassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Am Besten zur Rush Hour in der Innenstadt (nicht Tengelmann) im günstigsten Super-Markt oder dem örtlichen Arbeitsamt (niemals vor 10 Uhr!!!) ausprobieren, sich einreihen und völlig frei fühlen!
6.
Wem alle vorangegangenen Tipps aus irgendwelchen Gründen nicht zusagen oder wem die ganze Alltagshektik sowieso schon längst auf den Zeiger geht, der sollte sich einfach mal eine kleine Auszeit nehmen (3-5 Jahre). Einfach mal ein wenig crazy sein, Steuern hinterziehen und es zur Abwechslung (Achtung, Trend!) mal dem Finanzamt melden oder als Abgeordneter während einer Rede im Bundestag nicht den Sonnen-, sondern Hitlergruß präsentieren. Wer Glück hat, der kann sich dann bei ausgiebiger Lektüre der Weltliteratur (Grisham&Co.) in puristischem Ambiente erholen und die gewonnene Freiheit genießen. Und das sogar auf Staatskosten!
Wer möchte, der kann mir gerne sein persönliches Lieblings-Refugium aus der Liste nennen. Oder ein Selbstgewähltes. So oder so wäre das auf jeden Fall ganz "prima" (Dr. Cox, "Scrubs").
Daneben dreht sich Alles, wie wir ja wissen, um Dienstleistung, Service und: Life Style. Bald werden wir beim Friseur nicht mehr nur noch unsre Haare schneiden und Köpfe massieren lassen, nicht nur Mélange schlürfen und in gechillter Clubatmosphäre House hören, sondern uns auch z.B. an einem Fünf-Gänge-Menue delektieren können, inklusive ausgiebiger Weinprobe, versteht sich. Vielleicht gibt´s das ja aber auch schon...egal.
Was viel wichtiger ist- auch in diesem Blog muss dem Service-Charakter nun und endlich unbedingt umgehend Rechnung getragen werden:
Wer kennt es nicht? Privat wie beruflich Termine über Termine, gott- und/ oder von Kunden/ Freunden(innen) vorgegebene "Deadlines". Dazu die üblichen Meetings und Briefings. Grade steht man noch in der Büro-Lounge, um einmal durchzuschnaufen und sich ne Latte zu machen, da materialisiert sich plötzlich der Vorgesetzte, um Einen einen Stapel Papier in die Hand oder einen mündlichen Auftrag aufs Auge zu drücken. "Machen se mal". Selbstverständlich Just in Time. Also am besten bis Gestern. Immer wieder hört man da im Kollegenkreis verständlicherweise "ich bin reif für die Insel". Doch nur die Wenigsten können sich eben Eine leisten, und das nicht einmal in Kanada- Jörg Pilawa mal ausgenommen. Aber auch der wohlverdiente Ballermann-/Kultur-Urlaub bleibt da nicht selten auf der Strecke. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so Narr, um Berlusconi zu zitieren.
Im Folgenden, und da sowas wie Charts und Tops (z.B. die Top 5-10 "steilsten Klippen", "fettesten Fette", "beliebtesten Politiker", "was auch immer") ja immer gut ankommen, seien deshalb einige Refugien genannt, die für Jedermann ohne große Reisekosten zugänglich sind- d.h. entweder vor Ort oder gar Zuhause- und die dafür sorgen, dass sich die Hektik für eine kurze oder lange Weile in Ruhe und Frieden verwandelt.
1.
Als Arzt hat man viele Patienten, Überstunden en masse. Was tun, bei all dem Gebrechen? Ganz einfach: Warum in einer freien Minute nicht einmal in den nächstbesten Kernspin (hier einsteigen)? Übrigens ist diese Methode auch für Nicht-Ärzte empfehlenswert. Nur eine Überweisung zum Radiologen und ab dafür! Zusätzlich zum beengend wohlig knappen Platz erwartet Einen im Luxus-Kanal gratis ein avantgardistisch-hypnotisches Klopfkonzert der Extra-Klasse, das Einen in kürzester Zeit alle (anderen) Sorgen vergessen lässt. Wer hier nicht Ruhe und Entspannung oder gar Inspiration für innovative Motetten- oder Jogurettenmusik findet, wo dann?
2.
Ein weiterer Klassiker: Die Wohlfühl-Grube. Auch in Ihrer Nähe. Hier lautet die Devise: Reinlegen und abschalten. Die neiderfüllten Blicke Ihrer Mitmenschen sind Ihnen todsicher.
3.
Auch in den eigenen vier Wänden gibt es Möglichkeiten, sich der häuslichen Hektik zu entziehen: bitte klicken. Also: rein mit dem Gekröse, Deckel zu. Und auf einmal ist Alles ganz cool. Und zu snacken gibt´s auch reichlich- wenn man Glück, einen Plan oder gar eine(n) fürsorgliche Frau/ Mann hat.
4.
Fortgeschrittene können jederzeit zum Hörer greifen und versuchen, ihrem DSL-Anbieter ein fingiertes Problem zu schildern. Der Weg ist das Ziel, denn dadurch kann man das ein oder andere Stündchen in der Warteschleife genießen- in aller Ruhe und bei feinster Fahrstuhlmusik (James Blunt). Aktive Erholung garantiert.
5.
Die gute alte Warteschlange. Leider außer Mode gekommen, könnte man hier doch den ganzen Alltagsstress hinter sich lassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Am Besten zur Rush Hour in der Innenstadt (nicht Tengelmann) im günstigsten Super-Markt oder dem örtlichen Arbeitsamt (niemals vor 10 Uhr!!!) ausprobieren, sich einreihen und völlig frei fühlen!
6.
Wem alle vorangegangenen Tipps aus irgendwelchen Gründen nicht zusagen oder wem die ganze Alltagshektik sowieso schon längst auf den Zeiger geht, der sollte sich einfach mal eine kleine Auszeit nehmen (3-5 Jahre). Einfach mal ein wenig crazy sein, Steuern hinterziehen und es zur Abwechslung (Achtung, Trend!) mal dem Finanzamt melden oder als Abgeordneter während einer Rede im Bundestag nicht den Sonnen-, sondern Hitlergruß präsentieren. Wer Glück hat, der kann sich dann bei ausgiebiger Lektüre der Weltliteratur (Grisham&Co.) in puristischem Ambiente erholen und die gewonnene Freiheit genießen. Und das sogar auf Staatskosten!
Wer möchte, der kann mir gerne sein persönliches Lieblings-Refugium aus der Liste nennen. Oder ein Selbstgewähltes. So oder so wäre das auf jeden Fall ganz "prima" (Dr. Cox, "Scrubs").
Sonntag, 24. Januar 2010
Gute Besserung!
Deutschland bibbert. Temperaturen von bis zu Minus 10 Grad. Winter, und das Ende Januar! Kann, ja, muss das sein? Haben wir nicht erst den möderischen Schneesturn Daisy gerade noch so überlebt (in München sollten ja gleich mehrere Zentimeter Neuschnee herniedergehen), auch, weil wir uns auf Empfehlung der Regierung hin brav mit Wolldecken, Konserven und Batterien (die Wolldecken-, Konserven- und Batterien-Industrie dankt übrigens) eingedeckt haben? Und, was machen wir erst, wenn die Schweinegrippeviren noch einmal so richtig zuschlagen? Tee trinken? Blöd gucken? Am End´: erst krank und dann wieder gesund werden?
Fragen über Fragen. Angst ist da nur berechtigt, Sorgenfalten erlaubt und angebracht.
Aber: Alles wird gut. Wir sind vorbereitet. Von den 50 Millionen Impfdosen, die ja die Regierung der Pharmaindustrie (GlaxoSmithKline, Umsatz 2007: ca. 35 Mrd. Euro) für über 400 Millionen Euro abgenommen hat, wartet vielleicht noch die ein oder andere Ration um die Ecke beim Hausarzt im Kühlschrank. Wenn man sich beeilt. Denn 10% der Bevölkerung haben sich ja schon geimpft. Und man kann sich ja vorstellen, wie schnell weitere zwanzig, dreißig Millionen Dosen weg wie warme Semmel und in Ärme gehen, wenn Alarm gemacht wird. Natürlich auch von den bösen bösen Medien. Auch wenn gegenwärtig Haiti der Schweinegrippe kaum Platz und Sendezeit übrig lässt. Bei BILD-Schlagzeilen wie "Bier und Kekse retteten ihm das Leben" nur zu verständlich (Beweis)...Aber das kann sich ja ganz schnell ändern, weißte Bescheid.
Jetzt ist es aber auch halt so, dass sich die Medien hin und wieder nicht nur Geschichten aus den Fingern saugen, sondern diese sogar recherchieren und/ oder sich in ihren Berichten auf vermeintlich seriöse Quellen beziehen, wie zum Beispiel- und nicht nur im Falle der Schweinegrippe- auf die Guten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut Wikipedia ist deren Ziel ja „die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen...“ Hört sich doch gut an. Wenn also die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt, was sie ja Mitte vergangenen Jahres getan hat, dann ist also Panik und Angst durchaus angebracht. Und dann ist es ja wohl nur recht und billig, wenn diese Angst multimedial kommuniziert und verstärkt wird. Also: Lieber dreißig Millionen Impfdosen zu viel als zu wenig im Kühlschrank, ganz klar.
Nun gibt es da halt aber auch noch Journalisten, die ihren Beruf etwas ernster nehmen und tatsächlich kritische Fragen stellen, wie z.B.: Warum hat die WHO eigentlich, wenn sie ja nur der Gesundheit und sonst Nichts und niemandem Anderen verpflichtet ist, zwei Kriterien ihrer alten Pandemie-Definition (die besagten, dass nicht nur die Anzahl an Erkrankungen, sondern auch der Krankheitsverlauf und die Anzahl an Toten wichtig sind bei der Beurteilung) abgeschafft, weshalb die Schweinegrippe auch erst höchstoffiziell zur Pandemie erklärt werden konnte?
Hm, wer könnte davon wohl profitieren? Etwa die Pharma-Industrie, die sich da über wachsende Umsätze und steigende Aktienkurse freut? Und was soll das überhaupt heißen? Die WHO nicht unabhängig? Also bitte.
Wer´s jetzt aber wirklich wissen will, der sollte sich einfach mal den interessanten Frontal21-Beitrag anschauen, der vergangenen Dienstag im ZDF ausgestrahlt wurde. Wegen Haiti eben nicht um 21, sondern nach 23 Uhr (hier geht´s zum Beitrag in der ZDF-Mediathek). Dort erfährt man dann auch, wie es sein kann, was ist: Dass Mitglieder der WHO-Expertengruppe eben auch nicht zuletzt von GSK&Co „gesponsert“ werden. Was angeblich keinen Einfluss auf die Bewertung und/ oder Bestimmung von z.B. Pandemie-Kriterien haben soll..."ah jetzt ja".
Auch ist es ja so, dass, wie am Freitag bekannt wurde, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, seines Zeichens dafür bekannt, Medikamente hinsichtlich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses tatsächlich kritisch und unabhängig zu untersuchen, gehen muss, weil er in seiner Steuererklärung vergessen hatte, Quittungen für Rasenmäherbezin (25,20 Euro) einzureichen (siehe Spiegel-Online). Nicht etwa, weil er der Pharma-Industie ein Dorn im Auge war..."eine Insel mit zwei Bergen".
Auch ist es andererseits nicht so, dass die FDP und in diesem Fall Gesundheitsminister Rösler, der diese Entscheidung selbstverständlich voll und ganz befürwortet („wer bescheißt, muss gehen“), erneut zeigt, auf welcher Seite sie gesellschaftlich steht- und das, nachdem ja erst kürzlich die Hotel-Steuer-Reform (Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent) in aller Munde war und die „Liberalen“ auf allen Kanälen beteuerten, diese stünde in keinerlei Zusammenhang zu diversen Millionen-Spenden von Hoteliers wie z.B. Mövenpick. Nein, natürlich nicht (wer deshalb noch spenden will, hier bitte klicken ).
Was ich damit sagen will? Hab´ich vergessen...
halt, da mir fällt wieder zumindest Etwas ein: Die nächste Schweinegrippen-Welle kommt. Wie die Bahn. Man weiß nur nicht wann. Und: mir ist kalt. Ich glaube, da ist was im Anflug. Oder meine Heizung funktioniert nicht. Eine Impfung oder ein paar Pillen könnten wohl jedenfalls nicht schaden...
Fragen über Fragen. Angst ist da nur berechtigt, Sorgenfalten erlaubt und angebracht.
Aber: Alles wird gut. Wir sind vorbereitet. Von den 50 Millionen Impfdosen, die ja die Regierung der Pharmaindustrie (GlaxoSmithKline, Umsatz 2007: ca. 35 Mrd. Euro) für über 400 Millionen Euro abgenommen hat, wartet vielleicht noch die ein oder andere Ration um die Ecke beim Hausarzt im Kühlschrank. Wenn man sich beeilt. Denn 10% der Bevölkerung haben sich ja schon geimpft. Und man kann sich ja vorstellen, wie schnell weitere zwanzig, dreißig Millionen Dosen weg wie warme Semmel und in Ärme gehen, wenn Alarm gemacht wird. Natürlich auch von den bösen bösen Medien. Auch wenn gegenwärtig Haiti der Schweinegrippe kaum Platz und Sendezeit übrig lässt. Bei BILD-Schlagzeilen wie "Bier und Kekse retteten ihm das Leben" nur zu verständlich (Beweis)...Aber das kann sich ja ganz schnell ändern, weißte Bescheid.
Jetzt ist es aber auch halt so, dass sich die Medien hin und wieder nicht nur Geschichten aus den Fingern saugen, sondern diese sogar recherchieren und/ oder sich in ihren Berichten auf vermeintlich seriöse Quellen beziehen, wie zum Beispiel- und nicht nur im Falle der Schweinegrippe- auf die Guten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut Wikipedia ist deren Ziel ja „die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen...“ Hört sich doch gut an. Wenn also die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt, was sie ja Mitte vergangenen Jahres getan hat, dann ist also Panik und Angst durchaus angebracht. Und dann ist es ja wohl nur recht und billig, wenn diese Angst multimedial kommuniziert und verstärkt wird. Also: Lieber dreißig Millionen Impfdosen zu viel als zu wenig im Kühlschrank, ganz klar.
Nun gibt es da halt aber auch noch Journalisten, die ihren Beruf etwas ernster nehmen und tatsächlich kritische Fragen stellen, wie z.B.: Warum hat die WHO eigentlich, wenn sie ja nur der Gesundheit und sonst Nichts und niemandem Anderen verpflichtet ist, zwei Kriterien ihrer alten Pandemie-Definition (die besagten, dass nicht nur die Anzahl an Erkrankungen, sondern auch der Krankheitsverlauf und die Anzahl an Toten wichtig sind bei der Beurteilung) abgeschafft, weshalb die Schweinegrippe auch erst höchstoffiziell zur Pandemie erklärt werden konnte?
Hm, wer könnte davon wohl profitieren? Etwa die Pharma-Industrie, die sich da über wachsende Umsätze und steigende Aktienkurse freut? Und was soll das überhaupt heißen? Die WHO nicht unabhängig? Also bitte.
Wer´s jetzt aber wirklich wissen will, der sollte sich einfach mal den interessanten Frontal21-Beitrag anschauen, der vergangenen Dienstag im ZDF ausgestrahlt wurde. Wegen Haiti eben nicht um 21, sondern nach 23 Uhr (hier geht´s zum Beitrag in der ZDF-Mediathek). Dort erfährt man dann auch, wie es sein kann, was ist: Dass Mitglieder der WHO-Expertengruppe eben auch nicht zuletzt von GSK&Co „gesponsert“ werden. Was angeblich keinen Einfluss auf die Bewertung und/ oder Bestimmung von z.B. Pandemie-Kriterien haben soll..."ah jetzt ja".
Auch ist es ja so, dass, wie am Freitag bekannt wurde, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, seines Zeichens dafür bekannt, Medikamente hinsichtlich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses tatsächlich kritisch und unabhängig zu untersuchen, gehen muss, weil er in seiner Steuererklärung vergessen hatte, Quittungen für Rasenmäherbezin (25,20 Euro) einzureichen (siehe Spiegel-Online). Nicht etwa, weil er der Pharma-Industie ein Dorn im Auge war..."eine Insel mit zwei Bergen".
Auch ist es andererseits nicht so, dass die FDP und in diesem Fall Gesundheitsminister Rösler, der diese Entscheidung selbstverständlich voll und ganz befürwortet („wer bescheißt, muss gehen“), erneut zeigt, auf welcher Seite sie gesellschaftlich steht- und das, nachdem ja erst kürzlich die Hotel-Steuer-Reform (Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent) in aller Munde war und die „Liberalen“ auf allen Kanälen beteuerten, diese stünde in keinerlei Zusammenhang zu diversen Millionen-Spenden von Hoteliers wie z.B. Mövenpick. Nein, natürlich nicht (wer deshalb noch spenden will, hier bitte klicken ).
Was ich damit sagen will? Hab´ich vergessen...
halt, da mir fällt wieder zumindest Etwas ein: Die nächste Schweinegrippen-Welle kommt. Wie die Bahn. Man weiß nur nicht wann. Und: mir ist kalt. Ich glaube, da ist was im Anflug. Oder meine Heizung funktioniert nicht. Eine Impfung oder ein paar Pillen könnten wohl jedenfalls nicht schaden...
Montag, 4. Januar 2010
Sky is da Limit?
Höher. Weiter. Schneller.
Höher. Weiter. Schneller.
Immer Höher. Immer Weiter. Immer Schneller.
So soll es sein? Nein. So muss es sein.
Big Brother machte es vor. Einst. Denn der Sears Tower ist Vergangenheit.
527 Meter Höhe sind einfach zu wenig, nicht erst seit Gestern.
Aber heute war nun einmal die offizielle Einweihung des „Burj Khalifa“, zu deutsch: „Turm des Kailfen“.
Wer sind schon die USA, wenn es so viel höher und so viel schneller geht?
Um genau zu sein: 828 Meter Meter in fünf lumpigen Jahren. Da können die Amis nur staunen und neidisch in Richtung Dubai blicken. Wenn sie denn wüssten, wo oder was das überhaupt ist. Um aber nicht nur ihnen auf die Spünge zu helfen: Das ist da, wo man vom Weltall und von einem günstigen Winkel aus betrachtet die komplette Welt und Palmen chillig sehen kann (eine kleine Übersicht).
Hat ja nur ca. 10 000 000 000 Dollar gekostet. Ein Schnäppchen, wenn man den "Leit"währungskurs bzw. die Finanzkrise seit geraumer Zeit bedenkt/ berücksichtigt. Und wenn Bauarbeiter und Ingeniere vor noch nicht allzu langer Zeit im Auftrag des amerikanischen „Bigger is better“ vier Jahre für einen halben Kilometer Höhe in Chicago brauchten, dann legen die saudi-arabischen Scheichs jetzt die Messlatte doch etwas höher: innerhalb von fünf Jahren und mit knapp 2500 Arbeitern Vierundzwanzigsieben (für alle Laien: das nennt sich Dreischichtbetrieb) geht schon was. Auch wenn es den Einen oder Anderen in der zugigen Höhenluft in der Wüste wohl schon erwischt haben wird (Keuchhusten und/ oder abgestürzt). Und auch wenn die schwitzende Belegschaft (schätzungsweise die am Bau und nicht die in den klimatisierten Büros) hin und wieder gestreikt hat. Die genauen Zahlen sind hierbei natürlich unbekannt. Es wird aber gemunkelt, dass sich der Mob stellenweise nicht mit vier Dollar zufrieden gegeben haben soll. Am Tag, versteht sich, nicht in der Stunde...wo wären wir denn, wenn nicht in Dubai?!
Oder in der DDR. Ein weitere Ironie der globalisierten Welt: Auch der Arbeiter- und Bauernstaat verwirklicht sich hier wieder und nachträglich. Endlich. Von dem im Emirat reichlich verbauten Material stammen nämlich einige Tausend Stahl (Recycling) aus dem ehemaligen Berliner „Palast der Rublik“.
Fazit? „Vorwärts immer.“ (Honecker). „Immer weiter“ (Olli Kahn). Und „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ (Marx/ Engels).
Ein Geist geht um.
Auch im Neuen Jahr.
Höher. Weiter. Schneller.
Immer Höher. Immer Weiter. Immer Schneller.
So soll es sein? Nein. So muss es sein.
Big Brother machte es vor. Einst. Denn der Sears Tower ist Vergangenheit.
527 Meter Höhe sind einfach zu wenig, nicht erst seit Gestern.
Aber heute war nun einmal die offizielle Einweihung des „Burj Khalifa“, zu deutsch: „Turm des Kailfen“.
Wer sind schon die USA, wenn es so viel höher und so viel schneller geht?
Um genau zu sein: 828 Meter Meter in fünf lumpigen Jahren. Da können die Amis nur staunen und neidisch in Richtung Dubai blicken. Wenn sie denn wüssten, wo oder was das überhaupt ist. Um aber nicht nur ihnen auf die Spünge zu helfen: Das ist da, wo man vom Weltall und von einem günstigen Winkel aus betrachtet die komplette Welt und Palmen chillig sehen kann (eine kleine Übersicht).
Hat ja nur ca. 10 000 000 000 Dollar gekostet. Ein Schnäppchen, wenn man den "Leit"währungskurs bzw. die Finanzkrise seit geraumer Zeit bedenkt/ berücksichtigt. Und wenn Bauarbeiter und Ingeniere vor noch nicht allzu langer Zeit im Auftrag des amerikanischen „Bigger is better“ vier Jahre für einen halben Kilometer Höhe in Chicago brauchten, dann legen die saudi-arabischen Scheichs jetzt die Messlatte doch etwas höher: innerhalb von fünf Jahren und mit knapp 2500 Arbeitern Vierundzwanzigsieben (für alle Laien: das nennt sich Dreischichtbetrieb) geht schon was. Auch wenn es den Einen oder Anderen in der zugigen Höhenluft in der Wüste wohl schon erwischt haben wird (Keuchhusten und/ oder abgestürzt). Und auch wenn die schwitzende Belegschaft (schätzungsweise die am Bau und nicht die in den klimatisierten Büros) hin und wieder gestreikt hat. Die genauen Zahlen sind hierbei natürlich unbekannt. Es wird aber gemunkelt, dass sich der Mob stellenweise nicht mit vier Dollar zufrieden gegeben haben soll. Am Tag, versteht sich, nicht in der Stunde...wo wären wir denn, wenn nicht in Dubai?!
Oder in der DDR. Ein weitere Ironie der globalisierten Welt: Auch der Arbeiter- und Bauernstaat verwirklicht sich hier wieder und nachträglich. Endlich. Von dem im Emirat reichlich verbauten Material stammen nämlich einige Tausend Stahl (Recycling) aus dem ehemaligen Berliner „Palast der Rublik“.
Fazit? „Vorwärts immer.“ (Honecker). „Immer weiter“ (Olli Kahn). Und „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ (Marx/ Engels).
Ein Geist geht um.
Auch im Neuen Jahr.
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Sonntag, 22. November 2009
Fair Play
Eine Hand zuckt vor und legt sich den Ball zurecht. Schöner Pass, Tor! Zu dumm aber auch, dass am Mittwoch Abend im Pariser Prinzenparkstadion nicht Hand-, sondern Fußball gespielt wurde. Gut, Schieds- und Linienrichter hätten in der Nachspielzeit des „Alles“ entscheidenden WM-Relegationsspiels zwischen Frankreich und Irland auch etwas genauer hinsehen können. Da das nicht passsiert ist, hätte der Schiri ja zumindest den mit-der-Hand-zum-Tor-Passgeber Thierry Henry direkt nach dem Tor befragen können: „Und, Herr Henry, haben Sie den Ball denn nun absichtlich mit der Hand gespielt? Na Na!“ Und dieser hätte dann ja ehrlich und wie ein Schuljunge, der mit Kameraden auf dem Pausenhof herumbolzt und aus Versehen (oder war es Absicht?) eine Fensterscheibe zerschießt und dabei von der Lehrer-Aufsicht erwischt wird, verlegen auf den Boden blickend mit „Ja, sicher doch“ antworten können...
ach nö, das ist doch alles zuviel Konjunktiv auf einmal. Immerhin hat die französische Stürmer-Legende nach dem Spiel tatsächlich zugegeben, dass die Hand- man kann kann davon ausgehen, dass es seine Eigene und nicht etwa die Hand Gottes oder des Teufels war (oder etwa doch? eine nähere Analyse dazu vielleicht ein ander Mal)- beim Tor mit im Spiel war. Eine sehr vernünftige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass das ja eh Dutzende Kameras und Millionen Augen im Stadion und vor der Mattscheibe aufgenommen und gesehen hatten.
Nun ist es aber auch so, dass dieses Spiel ohne Wiederholung in die Geschichte eingehen wird, trotz der (inter)nationalen Proteste in der Öffentlichkeit und im irischen Parlament. So hat die allmächtige FIFA entschieden.
Notiz , nicht am Rande: Es gibt da ja noch eine ziemlich groß angelegte FIFA-„My Game is Fair Play“-Kampagne (siehe offizielle Infos dazu). Und welcher Fußballfreund kennt sie nicht, die rührenden Szenen vor wichtigen Länderspielen, wenn Kinder auf dem Rasen xxl-Transparente mit diesem Spruch entrollen und Nationalmannschaftskapitäne (auch Thierry Henry) Botschaften à la „Fair geht vor“ verlesen.
Zwei Tage später dann dies: 15 Haftbefehle, 200 Verdächtige, 200 Spiele in ganz Europa verschoben, darunter sogar in Champions- und Europaleague. Gut zu wissen, dass ja nicht die 1. Bundesliga, sondern nur 2. bis x-te Liga davon betroffen waren/ sind. So das Echo der verantwortlichen Manager und Trainer- der 1.Liga.
Dazu muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass der FCN heute auch Dank eines manipulierten Zweitliga-Spiels gegen Osnabrück (2:0) in der vergangenen Saison wieder in der 1.Liga spielt, während die Osnabrücker in die Dritte Liga abgestiegen sind, was aber auch daran liegen kann, dass auch eines ihrer Spiele gegen Augsburg (0:3) verschoben worden sein soll.
Zweite Rand-Notiz: Am Wochen-Ende hat der unter Verdacht stehende Osnabrücker Spieler Thomas Reichenberger in einer rührenden Rede vor dem Anpfiff in der „Osnatel-Arena“ verkündet, dass er mit der „Wettmafia“ (O-Ton Reichenberger) nichts, also niemals nie etwas zu tun hatte (siehe Zeit.de).
Und à propos Nürnberg: Als Franke freut es mich natürlich sehr, dass der Club am Wochen-Ende 3:2 in Wolfsburg gewonnen hat. Und das ganz wahrscheinlich sogar ganz ohne die Hilfe der Wettmafia. Nur weiß ich aber auch nicht so recht, was ich davon halten soll, wenn der Kapitän der Nürnberger, Andreas Wolf- seines Zeichens allerdings nicht für Spiel-Intelligenz bekannt- in der 86. Minute (Absicht oder nicht?) seinen Gegenspieler Edin Dzeko filmreif mit einem Kung-Fu-Stollen-Tritt im Gesicht trifft, und dafür nicht einmal eine Karte sieht. So hat es der Schiri eben gesehen und entschieden. Also ist der Fall abgehakt. So will es die FIFA. Nur kam dann ja auch noch die 90. Minute, als der am Boden liegende Nürnberger Torwart Schäfer dem Wolfsburger Misimovic, direkt vor ihm stehend, mit voller Absicht zwischen die Beine und in die Familien-Juwelen tritt und dann sogar noch mit Unschuldsmiene abwinkt, als wäre Nichts gewesen...
I have a dream: „My Game is Fair Play“.
Sepp, hörst Du mich???
ach nö, das ist doch alles zuviel Konjunktiv auf einmal. Immerhin hat die französische Stürmer-Legende nach dem Spiel tatsächlich zugegeben, dass die Hand- man kann kann davon ausgehen, dass es seine Eigene und nicht etwa die Hand Gottes oder des Teufels war (oder etwa doch? eine nähere Analyse dazu vielleicht ein ander Mal)- beim Tor mit im Spiel war. Eine sehr vernünftige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass das ja eh Dutzende Kameras und Millionen Augen im Stadion und vor der Mattscheibe aufgenommen und gesehen hatten.
Nun ist es aber auch so, dass dieses Spiel ohne Wiederholung in die Geschichte eingehen wird, trotz der (inter)nationalen Proteste in der Öffentlichkeit und im irischen Parlament. So hat die allmächtige FIFA entschieden.
Notiz , nicht am Rande: Es gibt da ja noch eine ziemlich groß angelegte FIFA-„My Game is Fair Play“-Kampagne (siehe offizielle Infos dazu). Und welcher Fußballfreund kennt sie nicht, die rührenden Szenen vor wichtigen Länderspielen, wenn Kinder auf dem Rasen xxl-Transparente mit diesem Spruch entrollen und Nationalmannschaftskapitäne (auch Thierry Henry) Botschaften à la „Fair geht vor“ verlesen.
Zwei Tage später dann dies: 15 Haftbefehle, 200 Verdächtige, 200 Spiele in ganz Europa verschoben, darunter sogar in Champions- und Europaleague. Gut zu wissen, dass ja nicht die 1. Bundesliga, sondern nur 2. bis x-te Liga davon betroffen waren/ sind. So das Echo der verantwortlichen Manager und Trainer- der 1.Liga.
Dazu muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass der FCN heute auch Dank eines manipulierten Zweitliga-Spiels gegen Osnabrück (2:0) in der vergangenen Saison wieder in der 1.Liga spielt, während die Osnabrücker in die Dritte Liga abgestiegen sind, was aber auch daran liegen kann, dass auch eines ihrer Spiele gegen Augsburg (0:3) verschoben worden sein soll.
Zweite Rand-Notiz: Am Wochen-Ende hat der unter Verdacht stehende Osnabrücker Spieler Thomas Reichenberger in einer rührenden Rede vor dem Anpfiff in der „Osnatel-Arena“ verkündet, dass er mit der „Wettmafia“ (O-Ton Reichenberger) nichts, also niemals nie etwas zu tun hatte (siehe Zeit.de).
Und à propos Nürnberg: Als Franke freut es mich natürlich sehr, dass der Club am Wochen-Ende 3:2 in Wolfsburg gewonnen hat. Und das ganz wahrscheinlich sogar ganz ohne die Hilfe der Wettmafia. Nur weiß ich aber auch nicht so recht, was ich davon halten soll, wenn der Kapitän der Nürnberger, Andreas Wolf- seines Zeichens allerdings nicht für Spiel-Intelligenz bekannt- in der 86. Minute (Absicht oder nicht?) seinen Gegenspieler Edin Dzeko filmreif mit einem Kung-Fu-Stollen-Tritt im Gesicht trifft, und dafür nicht einmal eine Karte sieht. So hat es der Schiri eben gesehen und entschieden. Also ist der Fall abgehakt. So will es die FIFA. Nur kam dann ja auch noch die 90. Minute, als der am Boden liegende Nürnberger Torwart Schäfer dem Wolfsburger Misimovic, direkt vor ihm stehend, mit voller Absicht zwischen die Beine und in die Familien-Juwelen tritt und dann sogar noch mit Unschuldsmiene abwinkt, als wäre Nichts gewesen...
I have a dream: „My Game is Fair Play“.
Sepp, hörst Du mich???
Sonntag, 15. November 2009
Aufgaben
November 2009. Schweine-Grippe. Wirtschaftskrise. Afghanistan. Soweit, so schlecht. Alltag. Bis zum Dienstag, gegen 18:17 Uhr.
Es dauert nicht lange, bis die ersten Meldungen übers Netz und die Mattscheibe tickern: Robert Enke ist tot, Geschichte.
Am nächsten Tag, Mittwoch Mittag: Presse-Konferenz mit Teresa Enke (N24). Und die bittere Erkenntnis, dass selbst die Liebe nicht immer alle Wunden heilt.
Diagnose Depression.
Zwei Stunden später: DFB-Präsident Zwanziger sagt ein fürs Wochen-Ende geplante Freudschaftsspiel ab. Teammanager Bierhoff weint (N24).
Am Abend: Andacht in einer Kirche in Hannover. Bedeutungsvolle Sätze von Landesbischöfin Margot Käßmann. Danach, ein paar Meter weiter: Interviews mit trauernden Fans. Und eine Reporterin, die umringt von weinenden Menschen live und on-Air feststellt: "So geht das nicht." (ARD).
Günther Jauch will nicht nach dem Warum fragen (RTL). Aber erste Parallelen zu Sebastian Deisler ziehen und die Frage stellen, ob der Ex-Bayern-Star durch den Schritt in die Öffentlichkeit sein Leben gerettet hätte.
Donnerstag, die englische Times titelt: "Sometimes love´s not enough."
Sendepause.
Samstag Abend Freundschaftsspiel Brasilien gegen England in Doha, Katar. Gedenk-Minute (ZDF). Anschließend Diskussion im aktuellen Sportstudio mit Michael Steinbrecher.
Heute Mittag Trauerfeier im Stadion in Hannover. Tausende weinen (DSF).
Im Anschluss Diskussion mit Jörg Wontorra.
...
Multimediale und internationale Betroffenheit und Fassungslosigkeit.
...
Aber:
Wie pervers ist das denn eigentlich?
Wer hat Robert Enke wirklich gekannt?
Wer hat eigentlich das Recht, um einen Menschen, Vater, Mann und Freund zu trauern? Familie und Angehörige ausgenommen.
Und sind es nicht die gleichen Medien, die jetzt auf x Kanälen der Trauer quotenstark huldigen, die rund um die Uhr danach lechzen, Helden und "Halb-Götter" am Fließband zu kreieren, wohlwissend, dass es nicht um Menschen, sondern um Marken geht? Zeigt sich nicht die ganze ekelhafte Fratze, wenn der TV-Reporterin vor Ort der Verstorbene ziemlich egal ist, wenn sie sich auf der Hatz nach einem O-Ton in einem Menschenauflauf etwas unbequem fühlt und das direkt in die Kamera kotzt?
Andererseits: Ist es nicht die gleiche Heuchel-Gesellschaft, die sich jetzt in ihren Tränen suhlt, die diese Helden permanent wünscht, ja, geradezu nach "Brot und Spielen", nach modernen Gladiatoren ohne jede Schwäche 24/7 verlangt? Die deshalb blind ist für Schwächen, diese nicht sieht, weil sie sie nicht sehen will? Weil die Gedanken-Rechnung "Wer erfolgreich ist, hat gefälligst keine Schwächen (zu haben)" einfach zu tief verwurzelt ist? Wenn nicht einmal Vereinsangehörige und Mannschafts"kameraden" über Jahre hinweg genau hinsehen wollen oder bewusst schweigen, weil es so sein muss, dann sagt das Etwas darüber aus, wie fortgeschritten dieser Prozess ist.
Bleibt die bescheidene Hoffnung, dass diese Tragödie aller "Ohnmacht" zum Trotz die Kraft besitzt, Medien und Gesellschaft nachhaltig positiv zu beeinflussen.
Auch wenn die Show weitergeht.
R.I.P.
Robert Enke
Es dauert nicht lange, bis die ersten Meldungen übers Netz und die Mattscheibe tickern: Robert Enke ist tot, Geschichte.
Am nächsten Tag, Mittwoch Mittag: Presse-Konferenz mit Teresa Enke (N24). Und die bittere Erkenntnis, dass selbst die Liebe nicht immer alle Wunden heilt.
Diagnose Depression.
Zwei Stunden später: DFB-Präsident Zwanziger sagt ein fürs Wochen-Ende geplante Freudschaftsspiel ab. Teammanager Bierhoff weint (N24).
Am Abend: Andacht in einer Kirche in Hannover. Bedeutungsvolle Sätze von Landesbischöfin Margot Käßmann. Danach, ein paar Meter weiter: Interviews mit trauernden Fans. Und eine Reporterin, die umringt von weinenden Menschen live und on-Air feststellt: "So geht das nicht." (ARD).
Günther Jauch will nicht nach dem Warum fragen (RTL). Aber erste Parallelen zu Sebastian Deisler ziehen und die Frage stellen, ob der Ex-Bayern-Star durch den Schritt in die Öffentlichkeit sein Leben gerettet hätte.
Donnerstag, die englische Times titelt: "Sometimes love´s not enough."
Sendepause.
Samstag Abend Freundschaftsspiel Brasilien gegen England in Doha, Katar. Gedenk-Minute (ZDF). Anschließend Diskussion im aktuellen Sportstudio mit Michael Steinbrecher.
Heute Mittag Trauerfeier im Stadion in Hannover. Tausende weinen (DSF).
Im Anschluss Diskussion mit Jörg Wontorra.
...
Multimediale und internationale Betroffenheit und Fassungslosigkeit.
...
Aber:
Wie pervers ist das denn eigentlich?
Wer hat Robert Enke wirklich gekannt?
Wer hat eigentlich das Recht, um einen Menschen, Vater, Mann und Freund zu trauern? Familie und Angehörige ausgenommen.
Und sind es nicht die gleichen Medien, die jetzt auf x Kanälen der Trauer quotenstark huldigen, die rund um die Uhr danach lechzen, Helden und "Halb-Götter" am Fließband zu kreieren, wohlwissend, dass es nicht um Menschen, sondern um Marken geht? Zeigt sich nicht die ganze ekelhafte Fratze, wenn der TV-Reporterin vor Ort der Verstorbene ziemlich egal ist, wenn sie sich auf der Hatz nach einem O-Ton in einem Menschenauflauf etwas unbequem fühlt und das direkt in die Kamera kotzt?
Andererseits: Ist es nicht die gleiche Heuchel-Gesellschaft, die sich jetzt in ihren Tränen suhlt, die diese Helden permanent wünscht, ja, geradezu nach "Brot und Spielen", nach modernen Gladiatoren ohne jede Schwäche 24/7 verlangt? Die deshalb blind ist für Schwächen, diese nicht sieht, weil sie sie nicht sehen will? Weil die Gedanken-Rechnung "Wer erfolgreich ist, hat gefälligst keine Schwächen (zu haben)" einfach zu tief verwurzelt ist? Wenn nicht einmal Vereinsangehörige und Mannschafts"kameraden" über Jahre hinweg genau hinsehen wollen oder bewusst schweigen, weil es so sein muss, dann sagt das Etwas darüber aus, wie fortgeschritten dieser Prozess ist.
Bleibt die bescheidene Hoffnung, dass diese Tragödie aller "Ohnmacht" zum Trotz die Kraft besitzt, Medien und Gesellschaft nachhaltig positiv zu beeinflussen.
Auch wenn die Show weitergeht.
R.I.P.
Robert Enke
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