Montag, 15. Februar 2010

Skandal im Sperrbezirk!

Jetzt ist es raus- in den deutschen Kasernen wird gesoffen bis der Katheter kommt! Das ganze Land ist entsetzt?! Erst der Schweineleber-Skandal bei den Gebirgsjägern, jetzt DAS (Alkohol-Probleme in der Bundeswehr?)!
CSU-"Commander-in-Chief" Theo von und zu Guttenberg kann das natürlich nicht akzeptieren, geht es doch hier um sein Image und das seines "Unternehmens". Brutalstmögliche Aufklärung garantiert. Nicht auszuschließen, dass da der ein oder andere Kopf (oder Korken) rollen wird...
Nur: Seit wann ist es denn etwas Neues, dass die Jungs und Mädels beim Bund gerne mal das ein oder andere Fläschen Korn vor, während und nach Dientschluss auf der Stube vernichten? Wo wurde denn das "Katheter-Saufen" erfunden? In der Schweiz? Also Bitte. Und: War uns Das nicht Allen längst bekannt? Immerhin hat ja wohl Jeder von uns den ein oder anderen Bekannten oder zumindest Bekannten von Bekannten, der es eher später als früher nicht nehmen lässt, in geselliger Runde und mit glänzenden Augen nostalgische Anektoden von feuchtfröhlichen Abenden "beim Bund" zum Besten zu geben? Und prahlt Mann denn nicht gerne damit, schon einmal ROHES (metaphysisch betrachtet: weißes) FLEEEEEIIIISCH verputzt zu haben (hierzu der philosophische Standpunkt einer bundesdeutschen Kapelle) ?
Nein? Ok, dann eben nicht...
Fairerweise muss man jetzt aber sagen, dass der Große Karl-Theodor auch einmal seinen Wehrdienst abgeleistet hat. Und wo wird das wohl gewesen sein? Vielleicht beim Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald? Nein? Ja? Doch?
Ja, sicher, Früher war Alles besser. Auch beim Bund. Anfang der Neunziger waren dort nur brave Jungs und Klosterschüler, die es noch als Ehre empfanden, für Deutschland durch den Dreck zu robben und nach Feierabend Hagebutten-Tee zu trinken...es ist ja nicht so, dass das Komasaufen in jeder zivilisierten Armee traditionellerweise zum guten Ton gehört. Nein, das muss sich erst in letzter Zeit entwickelt haben (HartzIV und die SPD haben da vielleicht auch Schuld daran), so dass die Medien endlich wieder über einen Skandal berichten können. Und natürlich hätte sich unser MEGA-Minister ja auch bestimmt ganz ohne Medien-Druck lääääängst um diese unappetitliche Sache gekümmert. Ja, wenn er denn als redlicher Ex-Gebirgsjäger nur davon gewusst hätte (Karl-Theodor beim Aufnahme-Ritual???)!!!

Freitag, 12. Februar 2010

Refugien der Ruhe

Die Industriegesellschaft ist Vergangenheit. Wo gestern noch schweißige Leiber und klebrige Staublungen, da heute hippe Events und Sektempfänglichkeiten. Aus Ruhr wird Kultur.
Daneben dreht sich Alles, wie wir ja wissen, um Dienstleistung, Service und: Life Style. Bald werden wir beim Friseur nicht mehr nur noch unsre Haare schneiden und Köpfe massieren lassen, nicht nur Mélange schlürfen und in gechillter Clubatmosphäre House hören, sondern uns auch z.B. an einem Fünf-Gänge-Menue delektieren können, inklusive ausgiebiger Weinprobe, versteht sich. Vielleicht gibt´s das ja aber auch schon...egal.
Was viel wichtiger ist- auch in diesem Blog muss dem Service-Charakter nun und endlich unbedingt umgehend Rechnung getragen werden:
Wer kennt es nicht? Privat wie beruflich Termine über Termine, gott- und/ oder von Kunden/ Freunden(innen) vorgegebene "Deadlines". Dazu die üblichen Meetings und Briefings. Grade steht man noch in der Büro-Lounge, um einmal durchzuschnaufen und sich ne Latte zu machen, da materialisiert sich plötzlich der Vorgesetzte, um Einen einen Stapel Papier in die Hand oder einen mündlichen Auftrag aufs Auge zu drücken. "Machen se mal". Selbstverständlich Just in Time. Also am besten bis Gestern. Immer wieder hört man da im Kollegenkreis verständlicherweise "ich bin reif für die Insel". Doch nur die Wenigsten können sich eben Eine leisten, und das nicht einmal in Kanada- Jörg Pilawa mal ausgenommen. Aber auch der wohlverdiente Ballermann-/Kultur-Urlaub bleibt da nicht selten auf der Strecke. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so Narr, um Berlusconi zu zitieren.
Im Folgenden, und da sowas wie Charts  und Tops (z.B. die Top 5-10 "steilsten Klippen", "fettesten Fette", "beliebtesten Politiker", "was auch immer") ja immer gut ankommen, seien deshalb einige Refugien genannt, die für Jedermann ohne große Reisekosten zugänglich sind- d.h. entweder vor Ort oder gar Zuhause- und die dafür sorgen, dass sich die Hektik für eine kurze oder lange Weile in Ruhe und Frieden verwandelt.

1.
Als Arzt hat man viele Patienten, Überstunden en masse. Was tun, bei all dem Gebrechen? Ganz einfach: Warum in einer freien Minute nicht einmal in den nächstbesten Kernspin (hier einsteigen)? Übrigens ist diese Methode auch für Nicht-Ärzte empfehlenswert. Nur eine Überweisung zum Radiologen und ab dafür! Zusätzlich zum beengend wohlig knappen Platz erwartet Einen im Luxus-Kanal gratis ein avantgardistisch-hypnotisches Klopfkonzert der Extra-Klasse, das Einen in kürzester Zeit alle (anderen) Sorgen vergessen lässt. Wer hier nicht Ruhe und Entspannung oder gar Inspiration für innovative Motetten- oder Jogurettenmusik findet, wo dann?

2.
Ein weiterer Klassiker: Die Wohlfühl-Grube. Auch in Ihrer Nähe. Hier lautet die Devise: Reinlegen und abschalten. Die neiderfüllten Blicke Ihrer Mitmenschen sind Ihnen todsicher.

3.
Auch in den eigenen vier Wänden gibt es Möglichkeiten, sich der häuslichen Hektik zu entziehen: bitte klicken. Also: rein mit dem Gekröse, Deckel zu. Und auf einmal ist Alles ganz cool. Und zu snacken gibt´s auch reichlich- wenn man Glück, einen Plan oder gar eine(n) fürsorgliche Frau/ Mann hat.

4.
Fortgeschrittene können jederzeit zum Hörer greifen und versuchen, ihrem DSL-Anbieter ein fingiertes Problem zu schildern. Der Weg ist das Ziel, denn dadurch kann man das ein oder andere Stündchen in der Warteschleife genießen- in aller Ruhe und bei feinster Fahrstuhlmusik (James Blunt). Aktive Erholung garantiert.

5.
Die gute alte Warteschlange. Leider außer Mode gekommen, könnte man hier doch den ganzen Alltagsstress hinter sich lassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Am Besten zur Rush Hour in der Innenstadt (nicht Tengelmann) im günstigsten Super-Markt oder dem örtlichen Arbeitsamt (niemals vor 10 Uhr!!!) ausprobieren, sich einreihen und völlig frei fühlen!

6.
Wem alle vorangegangenen Tipps aus irgendwelchen Gründen nicht zusagen oder wem die ganze Alltagshektik sowieso schon längst auf den Zeiger geht, der sollte sich einfach mal eine kleine Auszeit nehmen (3-5 Jahre). Einfach mal ein wenig crazy sein, Steuern hinterziehen und es zur Abwechslung (Achtung, Trend!) mal dem Finanzamt melden oder als Abgeordneter während einer Rede im Bundestag nicht den Sonnen-, sondern Hitlergruß präsentieren. Wer Glück hat, der kann sich dann bei ausgiebiger Lektüre der Weltliteratur (Grisham&Co.) in puristischem Ambiente erholen und die gewonnene Freiheit genießen. Und das sogar auf Staatskosten!

Wer möchte, der kann mir gerne sein persönliches Lieblings-Refugium aus der Liste nennen. Oder ein Selbstgewähltes. So oder so wäre das auf jeden Fall ganz "prima" (Dr. Cox, "Scrubs").

Sonntag, 24. Januar 2010

Gute Besserung!

Deutschland bibbert. Temperaturen von bis zu Minus 10 Grad. Winter, und das Ende Januar! Kann, ja, muss das sein? Haben wir nicht erst den möderischen Schneesturn Daisy gerade noch so überlebt (in München sollten ja gleich mehrere Zentimeter Neuschnee herniedergehen), auch, weil wir uns auf Empfehlung der Regierung hin brav mit Wolldecken, Konserven und Batterien (die Wolldecken-, Konserven- und Batterien-Industrie dankt übrigens) eingedeckt haben? Und, was machen wir erst, wenn die Schweinegrippeviren noch einmal so richtig zuschlagen? Tee trinken? Blöd gucken? Am End´: erst krank und dann wieder gesund werden?
Fragen über Fragen. Angst ist da nur berechtigt, Sorgenfalten erlaubt und angebracht.
Aber: Alles wird gut. Wir sind vorbereitet. Von den 50 Millionen Impfdosen, die ja die Regierung der Pharmaindustrie (GlaxoSmithKline, Umsatz 2007: ca. 35 Mrd. Euro) für über 400 Millionen Euro abgenommen hat, wartet vielleicht noch die ein oder andere Ration um die Ecke beim Hausarzt im Kühlschrank. Wenn man sich beeilt. Denn 10% der Bevölkerung haben sich ja schon geimpft. Und man kann sich ja vorstellen, wie schnell weitere zwanzig, dreißig Millionen Dosen weg wie warme Semmel und in Ärme gehen, wenn Alarm gemacht wird. Natürlich auch von den bösen bösen Medien. Auch wenn gegenwärtig Haiti der Schweinegrippe kaum Platz und Sendezeit übrig lässt. Bei BILD-Schlagzeilen wie "Bier und Kekse retteten ihm das Leben" nur zu verständlich (Beweis)...Aber das kann sich ja ganz schnell ändern, weißte Bescheid.
Jetzt ist es aber auch halt so, dass sich die Medien hin und wieder nicht nur Geschichten aus den Fingern saugen, sondern diese sogar recherchieren und/ oder sich in ihren Berichten auf vermeintlich seriöse Quellen beziehen, wie zum Beispiel- und nicht nur im Falle der Schweinegrippe- auf die Guten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut Wikipedia ist deren Ziel ja „die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen...“ Hört sich doch gut an. Wenn also die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt, was sie ja Mitte vergangenen Jahres getan hat, dann ist also Panik und Angst durchaus angebracht. Und dann ist es ja wohl nur recht und billig, wenn diese Angst multimedial kommuniziert und verstärkt wird. Also: Lieber dreißig Millionen Impfdosen zu viel als zu wenig im Kühlschrank, ganz klar.
Nun gibt es da halt aber auch noch Journalisten, die ihren Beruf etwas ernster nehmen und tatsächlich kritische Fragen stellen, wie z.B.: Warum hat die WHO eigentlich, wenn sie ja nur der Gesundheit und sonst Nichts und niemandem Anderen verpflichtet ist, zwei Kriterien ihrer alten Pandemie-Definition (die besagten, dass nicht nur die Anzahl an Erkrankungen, sondern auch der Krankheitsverlauf und die Anzahl an Toten wichtig sind bei der Beurteilung) abgeschafft, weshalb die Schweinegrippe auch erst höchstoffiziell zur Pandemie erklärt werden konnte?
Hm, wer könnte davon wohl profitieren? Etwa die Pharma-Industrie, die sich da über wachsende Umsätze und steigende Aktienkurse freut? Und was soll das überhaupt heißen? Die WHO nicht unabhängig? Also bitte.
Wer´s jetzt aber wirklich wissen will, der sollte sich einfach mal den interessanten Frontal21-Beitrag anschauen, der vergangenen Dienstag im ZDF ausgestrahlt wurde. Wegen Haiti eben nicht um 21, sondern nach 23 Uhr (hier geht´s zum Beitrag in der ZDF-Mediathek). Dort erfährt man dann auch, wie es sein kann, was ist: Dass Mitglieder der WHO-Expertengruppe eben auch nicht zuletzt von GSK&Co „gesponsert“ werden. Was angeblich keinen Einfluss auf die Bewertung und/ oder Bestimmung von z.B. Pandemie-Kriterien haben soll..."ah jetzt ja".
Auch ist es ja so, dass, wie am Freitag bekannt wurde, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter Sawicki, seines Zeichens dafür bekannt, Medikamente hinsichtlich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses tatsächlich kritisch und unabhängig zu untersuchen, gehen muss, weil er in seiner Steuererklärung vergessen hatte, Quittungen für Rasenmäherbezin (25,20 Euro) einzureichen (siehe Spiegel-Online). Nicht etwa, weil er der Pharma-Industie ein Dorn im Auge war..."eine Insel mit zwei Bergen".
Auch ist es andererseits nicht so, dass die FDP und in diesem Fall Gesundheitsminister Rösler, der diese Entscheidung selbstverständlich voll und ganz befürwortet („wer bescheißt, muss gehen“), erneut zeigt, auf welcher Seite sie gesellschaftlich steht- und das, nachdem ja erst kürzlich die Hotel-Steuer-Reform (Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent) in aller Munde war und die „Liberalen“ auf allen Kanälen beteuerten, diese stünde in keinerlei Zusammenhang zu diversen Millionen-Spenden von Hoteliers wie z.B. Mövenpick. Nein, natürlich nicht (wer deshalb noch spenden will, hier bitte klicken ).
Was ich damit sagen will? Hab´ich vergessen...
halt, da mir fällt wieder zumindest Etwas ein: Die nächste Schweinegrippen-Welle kommt. Wie die Bahn. Man weiß nur nicht wann. Und: mir ist kalt. Ich glaube, da ist was im Anflug. Oder meine Heizung funktioniert nicht. Eine Impfung oder ein paar Pillen könnten wohl jedenfalls nicht schaden...

Sonntag, 17. Januar 2010

Fußball-Folgen

Das neue Jahrzehnt hat gerade mal gute zwei Wochen auf dem Buckel, da gibt es schon mehr Tragisches, Kurioses und Fröhliches zu berichten, als man eigentlich fassen kann. Auch aus dem schnelllebigen und multimedial überbeleuchteten Fußballkosmos, auf den ich mich an dieser Stelle beschränke.
Ein kleiner Auszug:
Tragisch.
Vor genau einer Woche beschießen Rebellen den Mannschaftsbus der Fußballnationalmannschaft aus Togo. Dieser fährt gegen Mittag durch ein Waldstück der umkämpften angolanischen Exklave Cabinda. Dann die MG-Salven. Es sterben drei Menschen- Busfahrer, Co-Trainer sowie Pressesprecher.
Warum ausgerechnet in einer so unsicheren Region Spiele im Rahmen eines großen Turniers ausgetragen werden müssen, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen (Verbände, Staaten, Warlords). Genauso wie die Tatsache, dass ein Entwicklungs-Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung in echter Armut lebt, vier hochmoderne Fußball-Arenen aus dem Boden stampft, und das scheinbar, um das rhetorische Stilmittel der „gähnenden Leere“ auf hochmodernen Rängen (siehe das Spiel Malewi gegen Algerien) ganz konkret mit Leben zu erfüllen. Oder um es mit den Worten des Kaisers Franz auf den Punkt zu bringen: „Die brauchen in dem Land alles andere, bloß keine Stadien.“
Kurios.
Gestern informierte z.B. Spiegel Online (zum Artikel) über den finalen Stand des Rechts-Streits Karl-Heinz Rummenigge/FC Bayern AG gegen Anette Pfeiffer-Klärle, laut eigener Aussage auf Ihrer Homepage hauptberuflich als Mama und nebenberuflich als Gedichte-Schreiberin tätig. Das Ergebnis: 1000 Euro Schadenersatz für die Mama für das Verletzen des Urheberrechts durch Kalle, verbrochen auf der Jahreshauptversammlung des FCB Ende November vergangenen Jahres. Kein „Gang bis nach Karlsruhe“. Rückblick: Zu Beckenbauers Abschied aus dem Präsidenten-Amt lässt es sich der Vorstandsvorsitzende Rummenigge nicht nehmen, vor der versammelten Entourage vermeintlich salbungsvolle, auf jeden Fall inhaltsleere Worte in das Mikro zu kotzen. Und das gar gleich in Versform (Kalle live am Mic). Über das Niveau des Gedichts wurde ja bereits ausführlich berichtet. Das mediale Echo reichte dabei von „mein 8jähriger Sohn hätte es besser hinbekommen“ (Eckbert Fritzen, Müllmann) bis hin zu niederschmetternden Urteilen, die sich wohl unter der Rubrik „Verse, für die man sich schämen muss“ (Hellmuth Karasek, Literaturkritiker/ Klugscheißer) zusammenfassen lassen.
Wer hätte aber gedacht, dass sich Rummenigge diese Verse nicht selbst ausgedacht, sondern- wahrscheinlich busy und unter Zeitdruck wie immer- kurz vor der Jahresversammlung noch auf die Schnelle googelte ("Ich danke Dir")- a là wir haben ja keine Zeit, (nachzudenken)- und auf Pfeiffer-Klärles Seite fatalerweise fündig wurde, ohne aber die rechtliche Seite zu berücksichtigen? Das wurde ja Anfang dieser Woche bekannt. Sabberlodd.
Fazit: Ich Danke Dir, Kalle. Und ich Danke Dir, Frau Pfeiffer-Klärle („ja, ich hatte meine 5 Sekunden des Ruhms“) für den Witz.
Schwach.
Eine weitere mehr oder weniger bedeutsame Randnotiz aus dem Fußball-Profigeschäft: Gestern wurde vom Hannoveraner Stadion-Dach das überdimensionale Enke-Trikot entfernt, das dort bis dato nicht einmal zwei Monate angebracht war. Begründung durch Manager Schmadtke: „Die Last war für die Spieler einfach zu groß“. Dass die Mannschaft seit dem Tod des Nationaltorwarts kaum einen Punkt geholt und kein Spiel mehr gewonnen hat, das ist Fakt. Und dass für den ganzen Verein die Rückkehr zum Alltag nicht einfach werden würde, klar.
Dass aber nun das Trikot nun als Grund für die schlechten Ergebnissse herhalten muss, wirkt schon etwas seltsam. Sollte es doch eigentlich als Motivation („Für Enke gewinnen“) und nicht als Last dienen, oder? Hannover: O Weh O Weh...
Fröhlich.
Udo Lattek ist 75. Gestern war es soweit, heute feierte der Trainer-Dino nachträglich im Kreise von Freunden und Weggefährten im Rahmen einer „Doppelpass“-Spezialausgabe (DSF).
Wer mit drei unterschiedlichen Vereinen (Bayern, Gladbach, Barcelona) neben etlichen nationalen alle drei internationalen Club-Titel gewonnen hat, das neben Trappatoni als einziger Trainer; wer Schicksals-Schläge wie den Tod seines 15jährigen Sohns im Jahre 1981 durch die „Flucht“ nach Spanien- inklusive Erlernen der Sprache und Gewinn des Pokals der Pokalsieger- kompensiert; wem die Fußball-Diva „Maradonna“ aus dem Amt mobbt (1983) , weil im Training doch tatsächlich immer wieder Laufen und Medizinbälle an der Tagesordnung standen; wer im „Camp Nou“, dem Fußball-Tempel in Barcelona, bis heute trotzdem einen eigenen Museums-Bereich sein Eigen nennt; wer konsequent zu seiner Meinung steht, auch wenn er sich dadurch nicht immer Freunde macht (siehe die "Feindschaft" zu Rehagel/ Töpperwien- hierzu ein aktuelles Zitat: „Wer ist Töpperwien? Hat der auch schon mal eine Mannschaft trainiert?...früher ist der mir für ein Interview in sämtliche Löcher gekrochen...“); und wer sich nicht unter Wert verkauft (siehe BVB-Engagement Ende der Neunziger Jahre: angeblich 2 Millionen für 5 Spiele); ja, Dem kann man schon mal Alles Gute zum Geburtstag wünschen.
Endlich.
Um das schließlich auch noch mal explizit festzustellen: jawollo, die Winterpause ist vorbei. In den deutschen Stadien wird wieder gekickt.

Montag, 4. Januar 2010

Sky is da Limit?

Höher. Weiter. Schneller.
Höher. Weiter. Schneller.
Immer Höher. Immer Weiter. Immer Schneller.
So soll es sein? Nein. So muss es sein.
Big Brother machte es vor. Einst. Denn der Sears Tower ist Vergangenheit.
527 Meter Höhe sind einfach zu wenig, nicht erst seit Gestern.
Aber heute war nun einmal die offizielle Einweihung des „Burj Khalifa“, zu deutsch: „Turm des Kailfen“.
Wer sind schon die USA, wenn es so viel höher und so viel schneller geht?
Um genau zu sein: 828 Meter Meter in fünf lumpigen Jahren. Da können die Amis nur staunen und neidisch in Richtung Dubai blicken. Wenn sie denn wüssten, wo oder was das überhaupt ist. Um aber nicht nur ihnen auf die Spünge zu helfen: Das ist da, wo man vom Weltall und von einem günstigen Winkel aus betrachtet die komplette Welt und Palmen chillig sehen kann (eine kleine Übersicht).
Hat ja nur ca. 10 000 000 000 Dollar gekostet. Ein Schnäppchen, wenn man den "Leit"währungskurs bzw. die Finanzkrise seit geraumer Zeit bedenkt/ berücksichtigt. Und wenn Bauarbeiter und Ingeniere vor noch nicht allzu langer Zeit im Auftrag des amerikanischen „Bigger is better“ vier Jahre für einen halben Kilometer Höhe in Chicago brauchten, dann legen die saudi-arabischen Scheichs jetzt die Messlatte doch etwas höher: innerhalb von fünf Jahren und mit knapp 2500 Arbeitern Vierundzwanzigsieben (für alle Laien: das nennt sich Dreischichtbetrieb) geht schon was. Auch wenn es den Einen oder Anderen in der zugigen Höhenluft in der Wüste wohl schon erwischt haben wird (Keuchhusten und/ oder abgestürzt). Und auch wenn die schwitzende Belegschaft (schätzungsweise die am Bau und nicht die in den klimatisierten Büros) hin und wieder gestreikt hat. Die genauen Zahlen sind hierbei natürlich unbekannt. Es wird aber gemunkelt, dass sich der Mob stellenweise nicht mit vier Dollar zufrieden gegeben haben soll. Am Tag, versteht sich, nicht in der Stunde...wo wären wir denn, wenn nicht in Dubai?!
Oder in der DDR. Ein weitere Ironie der globalisierten Welt: Auch der Arbeiter- und Bauernstaat verwirklicht sich hier wieder und nachträglich. Endlich. Von dem im Emirat reichlich verbauten Material stammen nämlich einige Tausend Stahl (Recycling) aus dem ehemaligen Berliner „Palast der Rublik“.
Fazit? „Vorwärts immer.“ (Honecker). „Immer weiter“ (Olli Kahn). Und „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ (Marx/ Engels).
Ein Geist geht um.
Auch im Neuen Jahr.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Es weihnachtet sehr in der Irrenanstalt

Dass im Fernsehen häufig und quotenstark Sinnloses lief und läuft, ist ja nichts Neues. Freunde des gepflegten Kabaretts guck(t)en bei all der bildergewaltigen Müll-Flut oft in die Röhre. Zum Glück gibt es aber im ZDF das Format "Neues aus der Anstalt" (Infos zur Sendung) als womöglich legitimen Nachfolger des "Scheibenwischers". Was aus dem wurde (der "Satire-Gipfel"), ist nicht wirklich der Rede wert. Nur soviel: Dieter Hildebrandt hat schon gewusst, warum er dem Nachfolge-Format in der ARD weder seinen Segen geben noch den Namen seiner Kultsendung überlassen wollte.
Am Dienstag lief auf jeden Fall die extralange Weihachtsausgabe der Anstalt, die ja nicht aus Mainz, sondern München gesendet wird. Dem Dieter und der "Lach- und Schießgesellschaft" zum Wohlgefallen, möchte ich vermuten. Denn hier gibt es noch echtes politisches Kabarett: bissig, intelligent, schonungslos. Und zum Frohen Fest sogar mit einem Krippenspiel der etwas anderen Art.
Thematisch wurden selbstverständlich keine relevanten Baustellen ausgelassen, siehe das Schweizer Minarett-Verbot, den Nikolaus-Sturz durch Koch&Co., die Bad Banker, Afghanistan und und und...Danke Urban Priol&Gäste. Und ein Extra-Dank an Georg Schramm. Der ließ es sich dieses Mal und in seiner Rolle als Patientensprecher nicht nehmen, Klartext zum Thema "Piraten in Somalia" zu sprechen. Reflektiert und auf den Punkt- wie immer.
Gut zu wissen, dass neben all dem Quatsch-Comedy-Gedöns auch noch ernster Humor und echte Satire eine Nische hat im deutschen Fernsehen. Und dass man die Sendung jederzeit über die ZDF-Mediathek abrufen kann.
Zum Weihnachtsfest: Neues aus der Anstalt

Montag, 14. Dezember 2009

Kommt ein Dom angeflogen

Silvio Berlusconi ist kein Mann wie jeder Andere. Für diese Erkenntnis-light braucht man keine Ahnung geschweige denn politisches Interesse zu haben. Es reicht vollkommen aus, wikipedia zu konsultieren und dort sein Profil (Hier bitte klicken) mit dem eines anderen Regierungs-Chefs zu vergleichen- nehmen wir z.B. Angela Merkel (Hier bitte klicken).
Gut, die ist jetzt eine Frau, hat in Deutschland aber auch seit geraumer Zeit die Hosen an: Während es sich also bei unserer Kanzlerin laut Inhaltsverzeichnis hauptsächlich um so schnöde Sachen wie ihren (politischen, gähn) Werdegang dreht, nimmt dieses Kapital beim „Cavaliere“ relativ wenig Platz in Anspruch- man darf ja nicht vergessen, dass er mittlerweile zum 4.Mal an der „Macht“ ist. Der Mann war eben nicht nur politisch recht umtriebig.
Werfen wir also noch einmal einen Blick in sein Wiki-Inhaltsverzeichnis:
16 (!) Punkte zum Thema „Kritik und Kontroversen“, darunter z.B. Schmankerl wie „Sexismus“, „Prostitution“ und „Selbst-darstellung“. Das sucht Seinesgleichen.
Man stelle sich einmal vor: Angie ernennt „Mr. Model of the World“ Nico Schwanz zum Gleichstellungsbeauftragten der Regierung (Hier kommt er, mit Musik).
Oder Frau Merkel serviert vor laufenden Kameras ihren Phantom-Ehemann ab, und das mit den Worten: „Sauer macht mich nicht mehr lustig. Mein Neuer ist Till Schweiger!“
Eher schafft die bayerische SPD die absolute Mehrheit bei der nächsten Landtagswahl.
Was also in jedem anderen (un?)demokratischen Land undenkbar wäre, das ist in Italien Realität und nur eine Randnotiz im großen „Dolce Vita“-Werk des „weitaus besten Ministerpräsidenten Italiens“, wie sich Silvio schon gerne einmal selbst nennt. Da kann sich seine (bald) 3.Ex-Frau Veronica noch so aufregen und ihn als „krank“ bezeichnen.
Denn: Was sein muss, muss sein. Und Ex-Nacktmodell Maria Rosaria Carfagna (ein Beweisfoto), die ja diesen Freitag (18.12.) auch schon 34 Jahre alt wird, musste eben sein- als Gleichstellungsministerin. Im italienischen Kabinett, wohlgemerkt.
Und über Geschmack lässt sich gerade in Italien ja wohl nicht streiten! Gut, als über 70jähriger mit einer 17jährigen (die „Papi“-Affäre) anzubandeln, versteht vielleicht auch nicht Jedermann, von der eigenen Frau ganz zu schweigen...aber was soll der Geiz? Und was schert Einem schon die Meinung von Plebs und Gesetz, wenn man einige Milliarden Euro und einen gar nicht mal so kleinen Fußballverein (AC Mailand) besitzt, außerdem die Medien im eigenen Land kontrolliert?
Gut, hin und wieder gab es schon das ein oder andere Verfahren: Am Ende stand stets der Freispruch (aus Mangel an Beweisen), Amnestie oder Verjährung. "Ihr Idioten!!!“- so mag der Cavaliere an einem dieser lauen Abende in Sardinien gedacht haben, am Swimming-Pool und in den Armen einer 14- bis 17-jährigen liegend...
Prostitution? Also bitte, Silvio bezahlt doch nicht für triviale Sachen wie Sex! Gegen Geschenke in Form von drallen Dirnen ist aber Nichts einzuwenden, strafrechtlich gesehen, zumindest wenn man Berlusconi heißt..."ein bisschen Spaß" bzw. „o sole mio“ muss halt sein, oder?!
Zwischendurch Untersuchungen im Zusammenhang mit der Mafia und Drogenhandel? Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, wenn es um den Duce, ähm, Sorry, den Cavaliere geht!
Und auch wenn das nur ein winzig kleiner Bruchteil von Silvios Schaffen ist: Fest steht zweifelsfrei, dass seine Chancen auch bei zukünftigen und von den „Kommunisten-Läusen“ (nach Silvio frei interpretiert) inszenierten Verfahren im Zusammenhang mit Steuerbetrug, Schmiergeldzahlungen und anderen Bagatellen nicht schlecht stehen.
Gut, jetzt muss man aber auch ehrlicherweise sagen, dass sich da im Laufe der ein oder anderen Legislaturperiode und bei allem Sinn für Humor bei manchem italienischen Bürger doch Zorn aufstaut.
Zorn, der manchmal in Hass und Aggression umschlägt und sogar Berlusconi trifft- mitten ins geliftete Gesicht:
2004 ein Kamerastativ. Gestern eine Miniatur-Nachbildung des Mailänder Doms:
ein Foto des Originals
Video zum gestrigen "Terror-Akt" auf Welt Online
Aber: ein kaputtes Nasenbein und zwei Zähne weniger- nur eine weitere Randnotiz aus dem Leben des vom italienischen "Rolling Stone" kürzlich zum „Rockstar des Jahres“ gekürten Silvio Berlusconi.
Forza Italia?